Forschende spüren Klimaschadstoffe auf

22. Juli 2021 10:54

St.Gallen - Forschende der Universität St.Gallen nutzen Satellitenbilder und Künstliche Intelligenz zur Ortung aller weltweiten fossilen Kraftwerke. So ermitteln sie Ort und Menge von ausgestossenem CO2 und bieten eine Grundlage für die Kompensation.

Für den Klimaschutz ist Transparenz hinsichtlich der Emissionen notwendig. Dieser Gedanke liegt einem aktuellen Projekt der Universität St.Gallen (HSG) zugrunde. „Nur wenn wir genau wissen, welche Player in der Industrie wann und wo den Klimawandel mit Schadstoffen begünstigen, können wir sie über Umweltratings dazu zwingen, sich an internationale Klima-Abkommen zu halten“, wird dazu Damian Borth in einer Medienmitteilung zitiert, Professor für Künstliche Intelligenz an der School of Computer Science der HSG.

Die Forschenden um Borth nutzen daher Satellitenbilder, um weltweit fossile Kraftwerke zu orten. Die Daten werden mit Künstlicher Intelligenz ausgewertet. „Wir haben gerade zwei Arbeiten veröffentlicht, in denen wir zeigen, dass es mit Hilfe von tiefen Neuronalen Netzen durchaus möglich ist, Kraftwerke zu identifizieren und den Rauch aus ihren Schornsteinen pixel-genau zu messen und daraus Emissionen abzuschätzen“, sagt Michael Mommert, Leiter der Earth Observation & Remote Sensing Gruppe am Artificial Intelligence & Machine Learning-Lehrstuhl der HSG.

Die Forschenden wollen zuerst alle fossilen Kraftwerke in Europa ausmachen und das Projekt anschliessend weltweit ausweiten. Die georteten Kraftwerke werden dann kontinuierlich gescannt. In der Folge sollen die ausgewerteten Daten mit Nachhaltigkeitsberichten abgeglichen werden. Eventuell vorhandene Diskrepanzen können von Ratingagenturen bei der Bewertung der Nachhaltigkeitsbemühungen der entsprechenden Unternehmen genutzt werden. „Der Finanzhebel ist wohl der effizienteste Weg, um umweltverträgliches Handeln in der Industrie zu erreichen“, so Borth. jh

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