Forschende ermöglichen Messungen mit höchster Präzision

30. Juli 2021 10:23

Zürich/Bern/Basel - Forschenden ist es gelungen, das Zeitsignal der Berner Atomuhr über das herkömmliche Glasfasernetz zu übermitteln. Damit könnte bald die Zeit in naturwissenschaftlichen Experimenten mit einer nie dagewesenen Genauigkeit gemessen werden.

In einem gemeinsamen Projekt haben Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH), der Universität Basel, des Eidgenössischen Instituts für Metrologie (Metas) und der Stiftung Switch in Bern eine neue Möglichkeit gefunden, Frequenzmessungen in Laboren direkt mit der hochpräzisen Atomuhr in Bern zu vergleichen. Dazu haben sie das Zeitsignal der Atomuhr des Metas in Bern erstmals über das vorhandene akademische Glasfasernetz von Switch versendet, heisst es in einer Medienmitteilung. Gefördert wird das Projekt vom Sinergia-​Programm des Schweizerischen Nationalfonds

Mit der ankommenden Referenzfrequenz der Atomuhr können Wissenschaftler ihre Messgeräte für naturwissenschaftliche Experimente so kalibrieren, dass sie in die Nähe der Genauigkeit der Atomuhr kommen. Atomuhren können eine Sekunde bis zu 18. Nachkommastelle genau messen.

„Die ersten Erfahrungen zeigen, dass chemische Spektroskopie-​Analysen damit mit einer um einen Faktor 100 höheren Genauigkeit durchgeführt werden können als bisher“, wird Stefan Willitsch, Professor für Physikalische Chemie an der Universität Basel und Koordinator des Projekts, in der Medienmitteilung zitiert.

Ziel sei es nun, das Netz weiter auszubauen und andere Institutionen wie das CERN in Genf, die Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne und die Universität Neuenburg anzuschliessen. Das neue Netzwerk könnte neben Physikern und Chemikern auch für Erdwissenschaftler interessant sein. Das Signal reagiert laut Medienmitteilung hochempfindlich auf Störungen in der Leitung, sodass bislang unerkannte, feine Erschütterungen im Erdreich damit auffallen könnten. ko

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