ETH-Forscher entwickeln pflanzlichen Garnelenersatz

05. Juli 2022 10:20

Zürich - Zwei Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) arbeiten an der Entwicklung eines Ersatzprodukts für Garnelen auf Basis von Mikroalgen. Die Jungunternehmer nutzen dafür ein Stipendium im Rahmen eines Pioneer Fellowships.

Die Lebensmitteltechnologen und -​chemiker Lukas Böcker und Severin Eder entwickeln gemäss einer Medienmitteilung der ETH im Rahmen ihres Pioneer Fellowships eine pflanzenbasierte Alternative für Garnelen. Sie wollen Mikroalgen sowie die Proteinlieferanten Soja oder Erbsen als Rohstoffquelle nutzen. Mit einem pflanzlichen Ersatzprodukt könne der weltweit gestiegene Konsum von Fisch und Meeresfrüchten eingedämmt werden, der eine Ursache unter anderem für Überfischung sei, Fischbestände gefährde und zur Zerstörung wertvoller Ökosysteme beitrage.

Die Mikroalge bringe eine Vielzahl an ernährungsphysiologischen Qualitäten für eine nährstoffreiche Ernährung mit und sei bei vielen Verbrauchern als gesundes Lebensmittel sehr beliebt. Dennoch spiele die erst seit Kurzem in grösserer Menge verfügbare „nicht-​pigmentierte, weisse" Mikroalge als erneuerbare Ressource bei der Lebensmittelproduktion noch eine untergeordnete Rolle. Der Markt für pflanzliche Fischersatzprodukte sei hingegen schon weiter fortgeschritten. Deshalb rücken die Jungunternehmer zunächst Meeresfrüchte in den Fokus. Um Geschmack, Textur und das Bissgefühl der Garnele zu imitieren, werde mit verschiedenen verfahrenstechnischen Ansätzen und biotechnologischen Methoden experimentiert.

Zwar fänden Verbraucher bereits alternative Meeresfrüchte in den Supermarktregalen. Die ETH-Forscher sind überzeugt von der Konkurrenzfähigkeit ihres Produkts: „Durch die Mikroalgen in Kombination mit unserer technologischen Plattform erreichen wir nicht nur einen authentischen Geschmack und Biss, sondern auch die ernährungsphysiologischen Qualitäten, die mit Fisch und Meeresfrüchten verbunden werden“, heisst es.

Zunächst peilen sie den algenbasierten Nachbau von Garnelen an, von denen schweizweit 7000 Tonnen jährlich konsumiert werden. In einem zweiten Schritt sei eine Alternative für Jakobsmuscheln oder Krabbenfleisch angedacht. heg

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