EPFL entwickelt solaren Wasserfilter

12. April 2022 10:21

Lausanne - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben einen Filter zur Wasserreinigung entwickelt, der nur mit Sonnenlicht betrieben wird. Er kann selbst an entlegensten Orten sauberes Trinkwasser liefern und lässt sich leicht skalieren.

Ein interdisziplinäres Team der EPFL hat einen Wasserreinigungsfilter entwickelt, der selbst Menschen in den entlegensten Gebieten mit sauberem Trinkwasser versorgen könnte. Er benötigt weder aufwändige Installationen noch Strominfrastrukturen, sondern funktioniert ausschliesslich mit Sonnenlicht. Zudem ist der Prototyp kostengünstig und leicht zu skalieren.

Dieser neue Wasserfilter kombiniert Nanodrähte aus Titanoxid und Karbon-Nanoröhrchen. Laut einer Medienmitteilung zeigten die Forschenden zunächst, dass die Titanoxid-Nanodrähte allein in der Lage sind, Wasser in Gegenwart von Sonnenlicht effizient zu reinigen. Doch durch die Verflechtung mit Karbon-Nanoröhrchen entsteht ein noch fähigeres Verbundmaterial. Es bildet eine zusätzliche Dekontaminationsschicht, die Wasser pasteurisiert und dadurch Krankheitserreger wie Bakterien und grosse Viren abtötet.

Trifft UV-Licht aus dem sichtbaren Spektrum des Sonnenlichts auf den Filter, so erzeugt dieser eine Gruppe von Molekülen – Wasserstoffperoxid, Hydroxid und Sauerstoff –, die Krankheitserreger bekanntermassen wirksam abtöten. Das Gerät wurde mit Coli-Bakterien getestet, sollte den Angaben zufolge aber ebenso mit allen anderen bakteriellen Krankheitserregern funktionieren. Es habe auch bei der Beseitigung von Mikroverunreinigungen wie Pestiziden, Arzneimittelrückständen und Kosmetika aussergewöhnlich gute Ergebnisse gezeigt.

„Es ist ein grosser Erfolg“, so Forschungsleiter László Forró. „Ich bin überzeugt, dass dieses Projekt in den verschiedensten wissenschaftlichen Kreisen und hoffentlich auch bei den Geldgebern ein starkes Echo finden wird.“ mm

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