Ein Fünftel der Stoffe im Kehricht wäre wiederverwertbar

28. November 2023 14:03

Bern - In Schweizer Haushalten fällt zwar bereits weniger Abfall an als noch vor zehn Jahren. Allerdings besteht dieser zu mehr als einem Fünftel aus Stoffen, die wiederverwertet werden könnten. Zudem wäre mehr als die Hälfte der Lebensmittelabfälle vermeidbar. Das sind die Ergebnisse einer Erhebung des Bundesamts für Umwelt.

In der Schweiz fallen pro Jahr rund 6 Millionen Tonnen Abfälle aus Haushalten und Kleingewerbe an, wie eine Erhebung des Bundesamts für Umwelt (BAFU) zeigt. Damit landet weniger Abfall in den Kehrichtsäcken als noch vor rund zehn Jahren. So hat etwa die Menge Kehricht, die aus Haushalten stammt, seit der letzten Erhebung des BAFU im Jahr 2012 pro Person durchschnittlich von 206 auf 148 Kilogramm abgenommen.

Trotz dieser positiven Entwicklung landen laut BAFU weiterhin zu viele rezyklierbare Stoffe im Kehricht. So wären der Erhebung zufolge 21 Prozent des Abfalls wiederverwertbar. Dabei handelt es sich insbesondere um verarbeitete und gekochte Speisereste, Rüstabfälle von Gemüse und Früchten und Kunststoffverpackungen, wie Flaschen für Milch oder Shampoo.

Besonders hohes Aufholpotenzial sieht das BAFU bei Lebensmittelabfällen. Von den insgesamt rund 50 Kilogramm Lebensmittelabfällen pro Person pro Jahr wäre laut Erhebung mehr als die Hälfte vermeidbar. So wären diese Lebensmittel etwa bei rechtzeitigem Konsum oder korrekter Lagerung essbar gewesen.

„Die Bilanz ist durchzogen: Einerseits hat die Kehrichtmenge abgenommen, dank grossen Bemühungen auf allen Ebenen zur Förderung des Recyclings. Das ist ermutigend. Anderseits sind wir aber, vor allem im Lebensmittelbereich, noch nicht am Ziel”, lässt sich BAFU-Direktorin Katrin Schneeberger zitieren. „Wir müssen mehr tun, um die Kreislaufwirtschaft zu fördern”, betont sie. ce/ssp

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