Ecowork schafft E-Schrott-Zentrum in Indien

31. Januar 2022 10:04

St.Gallen/Bern - Ecowork baut in Neu-Delhi einen gemeinsamen und sicheren Arbeitsplatz für Personen auf, die mit der Rückgewinnung von Materialien aus Elektroschrott ihren Lebensunterhalt verdienen. Bewährt sich das Pilotprojekt, soll es in andere E-Schrott-Zentren der Welt transferiert werden.

Ecowork entwickelt in der indischen Hauptstadt Neu-Delhi ein neuartiges Geschäftsmodell für 40 Kleinstunternehmerinnen und -unternehmer, die informell werthaltige Materialien aus Elektroschrott zurückgewinnen. Das sogenannte Coworking-Konzept des indisch-schweizerischen Forschungsteams will für sie einen legalen Arbeitsplatz schaffen sowie Einkommen und gesundheitliche Unversehrtheit gewährleisten. Zudem soll es wirtschaftliche Kreisläufe auf ökologische Weise schliessen. Umweltwissenschaftlerin Dea Wehrli leitet dieses Projekt. Sie ist an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) tätig.

„Der Ecowork Space soll eine Art Inkubator-Hub werden und die Unternehmer in die Wertschöpfungskette integrieren“, wird sie in einer Medienmitteilung des Schweizerischen Nationalfonds zitiert, der dieses Projekt gemeinsam mit Innosuisse finanziert. „Dabei können wir auf wertvolles Wissen und langjährige Erfahrung der Empa im Elektroschrottrecycling zurückgreifen.“

Ecowork bietet Kleinstunternehmerinnen und -unternehmern im Nordosten Neu-Delhis, wo 90 Prozent des in Indien anfallenden Elektroschrotts informell verarbeitet wird, die Möglichkeit, sich einen Arbeitsplatz zu mieten. Dieser sichert ihnen Zugang zu Werkzeugen und Schutzausrüstung. „Zudem wollen wir sie in der Anwendung effizienter Arbeitsabläufe und bei administrativen Schritten Unterstützung und ihnen Ausbildungsmöglichkeiten bieten.“ Das soll ihren Markt vergrössern und die Einkommen erhöhen.

Wehrli sieht die Schweizer Forschung in der Verantwortung, ihr Wissen weiterzugeben, „um zur Verbesserung der ökologischen und sozialen Situation im Recyclingsektor beizutragen. Umso mehr, weil unsere Lösung, falls sie sich bewährt, in viele weitere Länder transferiert werden könnte.“ mm

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