Economiesuisse sagt Nein zu Verbot von Tierversuchen

21. Juni 2021 09:49

Zürich - Der Wirtschaftsdachverband economiesuisse wendet sich strikt gegen die geplante Tier- und Menschenversuchsinitiative. Sie will ein umfassendes Verbot von Versuchen an Menschen und Tieren in die Verfassung schreiben. Das, so der Verband, gefährde den Forschungsstandort Schweiz.

Economiesuisse sagt entschieden Nein zur Volksinitiative „Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot – Ja zu Forschungswegen mit Impulsen für Sicherheit und Fortschritt“. Nach Einschätzung von economiesuisse schadet sie Forschung, Wirtschaft und Volksgesundheit. Die Initiative fordert ein Komplettverbot von Tierversuchen und der Forschung am Menschen. Ausserdem sollen Einfuhr und Handel sämtlicher Produkte, die mit Tier- und Menschenversuchen entwickelt wurden, verboten werden. Sie könnte im November zur Abstimmung kommen.

Economiesuisse geht davon aus, dass die Initiative „die Gesundheit der Schweizer Bevölkerung in verantwortungsloser Weise aufs Spiel“ setzt. Modernste Therapien stünden den Patientinnen und Patienten im Land dann nicht mehr zur Verfügung.

Forschende seien bereits heute verpflichtet, Tierversuche auf ein unerlässliches Minimum zu beschränken. Seit den 80er Jahren gelte in den Biowissenschaften das 3R-Prinzip, dass die Anzahl der Tierversuche um 70 Prozent verringert habe: Replace (ersetzen), Reduce (reduzieren), Refine (verbessern). Es wurde damals als verbindlicher Grundsatz bei der Durchführung von Tierversuchen in die Tierschutzgesetzgebung aufgenommen. Zudem habe der Bundesrat 2021 ein mit 20 Millionen Franken dotiertes Forschungsprogramm ausgerufen: Es soll die Anzahl der Tierversuche weiter verringern.

Die Initiative schwäche den Forschungs- und Innovationsstandort Schweiz „und setzt somit den zentralen Faktor für Erfolg und Wohlstand in unserem Land infrage“. Unternehmen und Forschungsinstitute müssten Teile ihrer Aktivitäten auslagern oder die Schweiz ganz verlassen. Ausserdem drohten Vergeltungsmassnahmen für den Fall, dass die Schweiz internationale Verträge nicht einhalte. Das werde die Schweizer Exportindustrie gefährden. mm

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