Digitalswitzerland will Fachkräfte länger im Arbeitsleben halten

24. Juni 2021 14:41

Bern - Digitalswitzerland will den steigenden Fachkräftemangel bei den ICT-Berufen bekämpfen. Der Verband schlägt die längere Einbindung älterer Fachkräfte ins Arbeitsleben vor. Dazu sollten das Renteneintrittsalter erhöht und die Arbeitswelt einem kulturellen Wandel unterzogen werden.

Das Durchschnittsalter von Erwerbstätigen zischen 58 und 70 Jahren in den ICT-Branchen fiele mit 61,2 Jahren deutlich niedriger als in anderen Branchen aus, schreibt digitalswitzerland in einer Mitteilung. Der Verband will dem steigenden Fachkräftemangel im ICT-Bereich durch die Nutzung von brachliegendem Fachkräftepotenzial bei älteren Arbeitnehmenden entgegenwirken. Dafür digitalswitzerland eine Studie vom Institut für Wirtschaftsstudien Basel anfertigen lassen.

Den Ergebnissen der Studie zufolge spielen neben individuellen Faktoren vor allem die Arbeitsbedingungen im Unternehmen und die strukturellen Rahmenbedingungen eine Rolle bei der Entscheidung über einen Austritt aus dem Arbeitsleben. „Besonders positiv auf ein langes Erwerbsleben wirken sich ein hoher Grad an Selbstständigkeit und Flexibilität, ein hohes Bildungsniveau und die Erwerbstätigkeit in kleineren Unternehmen aus“, wird Andreas W. Kaelin in der Mitteilung zitiert. Der Deputy Managing Director von digitalswitzerland fordert hier zum einen einen kulturellen Wandel der Arbeitswelt ein, „um der gestiegenen Lebenserwartung gerecht zu werden und die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Altern zur Norm zu erklären“.  Als Beispiel werden in der Mitteilung „sinnstiftende Arbeit und mehr Flexibilität“ genannt.

Zum anderen sieht digitalswitzerland Handlungsbedarf auf politischer Ebene. Automatische altersbedingte Lohnerhöhungen trügen zur Diskriminierung älterer Bewerber bei der Stellenvergabe bei, heisst es in der Mitteilung. Sie seien daher „kritisch zu prüfen“. In Zusammenhang mit der AHV-Revision regt digitalswitzerland zudem eine generelle Erhöhung des ordentlichen Rentenalters an. Sie sei erfolgversprechender als die Einführung eines Rentenkorridors, da hier andernorts die Erfahrung gemacht worden sei, dass dieser häufig zum frühestmöglichen Austrittsdatum führe. hs

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