Bundesrat verzichtet auf Massnahmen gegen Mikroplastik

03. Oktober 2022 12:13

Bern - Der Bundesrat will derzeit keine weiteren Massnahmen für die Kreislaufwirtschaft bei Kunststoffen vorschlagen. Er verweist auf die Diskussion im Parlament zur Revision des Umweltschutzgesetzes. Weniger als ein Zehntel der Kunststoffe in der Schweiz wird wiederverwertet.

In der Schweiz wird derzeit weniger als ein Zehntel der Kunststoffe wiederverwertet, weitere 6 Prozent werden für die Wiederverwertung exportiert. Dagegen wird mit über 80 Prozent der Grossteil der verbrauchten Kunststoffe verbrannt, heisst es im Bericht „Kunststoffe in der Umwelt“, den der Bundesrat am 23. September verabschiedet hat. 

Immerhin 14‘000 Tonnen Kunststoff gelangt zudem als Makro- und Mikroplastik in die Umwelt. Davon stammt rund die Hälfte vom Reifenabrieb, der Rest etwa aus Herstellungs- und Entsorgungsprozessen und aus der Vermüllung der Umwelt durch Passanten.

Der Bundesrat sieht Verbesserungspotenziale, um den Eintrag von Plastik in die Umwelt zu reduzieren. Dabei käme der Vermeidung die erste Priorität zu, etwa durch den Verzicht auf kurzlebige Konsumprodukte aus Plastik. In einem zweiten Schritt sollten die verbrauchten Mengen reduziert werden. In einem dritten Schritt sollten Kunststoffabfälle verwertet werden, und zwar primär stofflich und nur sekundär als Energieträger in der Abfallverbrennung.

Angesichts der laufenden Diskussion des Parlaments über die Revision des Umweltschutzgesetzes und weitere parlamentarische Diskussionen verzichtet der Bundesrat aber laut einer Mitteilung zum Bericht darauf, zusätzliche Massnahmen vorzuschlagen. Mit dem Bericht antwortet der Bundesrat auf vier Postulate aus dem Parlament. stk

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