Bund und Kantone sollten digitale Prioritäten ändern

04. August 2017 14:10

Zürich - Bei der Digitalisierung verfolge die Schweiz die falschen Prioritäten, heisst es in einem Meinungsbericht. Statt auf E-Voting sollte sich der Staat besser auf die E-ID konzentrieren. Und vorrangig alltägliche Transaktionen digitalisieren.

Seit der Lancierung 2003 habe es das Internetportal ch.ch gerade mal zur umfassenden Informationsplattform des Bundes gebracht, schreibt Erich Aschwanden in einem Kommentar in der „Neuen Zürcher Zeitung“. „Anwendungen, über die die Bevölkerung alltägliche Geschäfte mit den Behörden elektronisch abwickeln kann, bietet die Plattform nur wenige an.“ Beim E-Government seien „nicht nur sämtliche Nachbarstaaten, sondern auch kleinere Länder mit vergleichbarem Potenzial“ wesentlich weiter als die „mit ehrgeizigen Zielen“ für die Digitalisierung der Verwaltung gestartete Schweiz. 

Kurze elektronische Wege zur Bearbeitung alltäglicher Transaktionen mit den Behörden sind nach Ansicht von Aschwanden jedoch „ein Muss“. Und könnten bereits heute realisiert werden, wenn „schon vorhandene Technologien konsequent eingesetzt“ würden. Stattdessen hätten „verschiedene Kantone, aber auch die Bundeskanzlei das E-Voting“ favorisiert. „Statt sich in das Projekt der elektronischen Stimmabgabe zu verbeissen“, meint der Autor, „hätte die Politik besser die Entwicklung des digitalen Passes prioritär behandelt“. 

Bei der E-ID kritisiert Aschwanden die Pläne des Bundesrats, Ausstellung und Verwaltung in die Hände von Privaten zu geben. Ein „amtlich-digitales Siegel“ könne dagegen Akzeptanz und Vertrauen der Bürger bei der elektronischen Identität schaffen. Auch der Gefahr einer „Verzettelung“ durch die Entwicklung verschiedener Modelle der einzelnen Kantone müsse gebannt werden. hs

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