Bund und Gasbranche stellen sich auf Gasmangel ein

13. April 2022 13:51

Bern - Bundesrat Guy Parmelin hat sich vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine mit der Gasbranche darüber ausgetauscht, wie das Land einen möglichen Gasmangel handhaben könnte. Einig waren sich die Teilnehmenden an diesem Gespräch, dass eine möglichst flexible Vorbereitung zwingend ist.

Bundesrat Guy Parmelin hat sich am 12. April mit Vertreterinnen und Vertretern der Gasbranche zu einem Austausch getroffen. Dabei ging es um eine weitere Konkretisierung von Massnahmen, die im Falle einer Verknappung oder eines Lieferstopps von russischem Gas notwendig wären.

Die Lieferungen könnten sowohl durch einen von Russland verfügten Lieferstopp als auch durch Sanktionen der westlichen Länder ausgesetzt werden. Alle Teilnehmenden stimmten laut einer Medienmitteilung des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung darin überein, dass dieser Fall „unkalkulierbare und gravierende wirtschaftliche Auswirkungen“ hätte.

Die Akteure auf dem Schweizer Markt beziehen ihr Gas nicht direkt aus Russland, sondern auf europäischen Märkten. Etwa 40 Prozent des in der Schweiz verbrauchten Erdgases kommt den Angaben zufolge aus Russland. Insgesamt deckt die Schweiz ihren Energiebedarf zu 15 Prozent durch Erdgas.

Bei dem Gespräch sei zum Ausdruck gekommen, dass zahlreiche Unwägbarkeiten eine möglichst flexible Vorbereitung zwingend machen. Dabei müssten rechtliche, finanzielle und auch zwischenstaatliche Fragen geklärt werden.

Einig sei sich die Gesprächsrunde darüber gewesen, dass als Reaktion auf eine Gasmangellage Sparappelle und das Umschalten bei den sogenannten Zweistoffanlagen von Erdgas auf Erdöl im Vordergrund stehen werden. Das Erdöl könnte aus den bestehenden Pflichtlagern bezogen werden. Reiche das nicht aus, könne der Verbrauch mit Hilfe einer staatlichen Kontingentierung der Erdgaslieferungen an Grossverbraucher zusätzlich reduziert werden. Entsprechende Konzepte und Verordnungen würden ausgearbeitet. mm

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