Berner Forscher entdecken exzentrischen Exoplaneten

07. Januar 2022 14:54

Bern - Ein Forschungsgruppe unter Leitung der Universität Bern hat einen exzentrischen Exoplaneten entdeckt. Er umkreist einen roten Zwergstern und könnte flüssiges Wasser aufweisen. TOI-2257 b ist nun ein Kandidat für die Beobachtung durch das James-Webb-Weltraumteleskop.

Eine Gruppe internationaler Forschender unter der Leitung der Universität Bern hat einen Sub-Neptun-Exoplaneten entdeckt, informiert die Universität Bern in einer Mitteilung. Als Sub-Neptun werden Planeten mit einer Grösse und Masse zwischen Erde und Neptun bezeichnet. Der neu entdeckte Planet umkreist einen sogenannten roten Zwerg, also einen kleinen und im Vergleich zur Sonne kühleren Stern auf einer exzentrischen, in anderen Worten einer nicht-kreisförmigen Umlaufbahn.

TOI-2257 b sei ursprünglich durch Daten des der NASA gehörenden Weltraumteleskops Transiting Exoplanet Survey Satellite (TESS) identifiziert worden, erläutert die Universität Bern. Weitere Informationen über den Exoplaneten konnten dann aber erst mit Hilfe des in Mexiko stationierten Teleskops Search And characterIsatioN of Transiting EXoplanets (SAINT-EX) gewonnen werden. SAINT-EX wird von einem Konsortium betrieben, zu dem das Center for Space and Habitability (CSH) der Universität Bern und der Nationale Forschungsschwerpunkt PlanetS gehören.

Für die exzentrische Umlaufbahn des Exoplaneten könnte ein weiter aussen im System befindlicher riesiger Planet verantwortlich sein, vermuten die Forschenden. Für die mögliche Bewohnbarkeit von TOI-2257 b sei sie jedoch „leider eine schlechte Nachricht“, erläutert Nicole Schanche vom CSH in der Mitteilung.  „Während die durchschnittliche Temperatur des Planeten angenehm ist, schwankt sie zwischen -80 Grad Celsius und etwa 100 Grad Celsius, je nachdem wo auf seiner Umlaufbahn der Planet sich befindet, ob fern oder nah vom Stern.“

Das James-Webb-Weltraumteleskop (JWST) führt TOI-2257 b auf seiner Kandidatenliste. Der exzentrische Exoplanet sei sogar „eines der attraktivsten Sub-Neptun-Ziele für weitere Beobachtungen“, heisst es in der Mitteilung. „Insbesondere könnte der Planet auf Anzeichen von Merkmalen wie Wasserdampf in der Atmosphäre untersucht werden“, erläutert Schanche. hs

 

Mehr zu Forschung und Entwicklung

Aktuelles im Firmenwiki