Basler Forscher wollen Methan aus Seen fördern

01. April 2021 13:27

Basel - Basler Forscher wollen das in Seen gespeicherte Methan für die Energiegewinnung nutzen. Das Gas könnte mit sehr feinen Membranen aus Wasser abgetrennt werden. Die Methanemissionen von Seen und Wasserreservoirs könnten theoretisch den gesamten Energiebedarf der Welt decken.

Seen und Wasserreservoirs speichern Methan, das durch Algen und Mikroben hergestellt wird. Das in die Atmosphäre freigesetzte Methan macht laut einer Mitteilung der Universität Basel rund 20 Prozent aller natürlichen Emissionen dieses Treibhausgases aus.

Nun schlagen Basler Forscher vor, das in Seen und Reservoirs gespeicherte Methan für die Energiegewinnung zu nutzen. Dabei würde das Gas mit Hilfe von mikroporösen Membranen aus Polymermaterialien vom Wasser abgetrennt und mit Hilfe etwa von Zeolith-Mineralien konzentriert werden. Es könnte als Methangas in Gaskraftwerken verstromt oder als flüssiges Methanol als Treibstoff eingesetzt werden. 

Allein der natürliche Methanausstoss der Seen und Reservoirs könne theoretisch den globalen Energiebedarf decken, wird Co-Autor Maciej Bartosiewicz, Postdoktorand am Departement Umweltwissenschaften der Universität Basel, in der Mitteilung zitiert. „Die Schweiz wäre für die Methangewinnung aus Seen prädestiniert“, sagt Bartosiewicz mit Verweis auf die Stauseen in den Alpen. „Seit kurzem wissen wir, dass auch sie grosse Mengen Methan produzieren und an die Atmosphäre abgeben.“

Bereits heute wird im Kivusee zwischen dem Kongo und Rwanda Methan gefördert. Dort ist die Konzentration allerdings hundert Mal grösser als in normalen Seen. 

Die Studie „Tapping Freshwaters for Methane and Energy” ist in der Zeitschrift „Environmetal Science & Technology“ erschienen. stk

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