Bankpersonal weist Pandemie-Plan zurück

16. Februar 2021 13:10

Zürich - Der Schweizerische Bankpersonalverband hat sich von dem am Montag veröffentlichten Exitplan aus dem Lockdown von weiten Teilen der Wirtschaft distanziert. Die darin geforderten schnellen Lockerungen wären unverantwortlich. Das Personal müsse weiter geschützt werden.

„Mit grossem Befremden“ hat der Schweizerische Bankpersonalverband (SBPV) den Aufruf der Dachverbände economiesuisse und Arbeitgeberverband sowie einiger Branchenverbände und Handelskammern zur Kenntnis genommen, mit dem diese am Montag vom Bundesrat einen schnellen Ausstieg aus den pandemiebedingten Restriktionen gefordert haben. 

In einem eigenen Schreiben an den Bundesrat weist der Schweizerische Bankpersonalverband diese Forderungen zurück. Besonders wendet er sich gegen einen Abbau der Gesundheitsschutzmassnahmen am Arbeitsplatz. Im Gegenteil ruft der Verband den Bundesrat dazu auf, „keine überstürzten Lockerungen zu beschliessen und insbesondere dem Schutz der Arbeitnehmenden weiterhin grösste Priorität einzuräumen“.

Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Banken gute Lösungen gefunden hätten, um trotz Homeoffice ihre Dienstleistungen weiterhin zu erbringen. „Umso unverständlicher ist es, dass auch der Verband Arbeitgeber Banken den verantwortungslosen Aufruf der Arbeitgeberverbände unterzeichnet hat“, heisst es in dem offenen Brief weiter.

Bevor überhaupt über eine Exitstrategie diskutiert werden könne, sei es „unabdingbar“, dass die Schutzkaskade für besonders gefährdete Arbeitnehmende ebenso bestehen bleibe wie die Homeoffice-Pflicht. Zudem müssten Banken mit der jeweiligen Personalkommission Schutzkonzepte für Betriebsteile erarbeiten, die bisher über keines verfügen. mm

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