Aufbereitetes Trinkwasser ist so gut wie frei von Mikroplastik

31. Mai 2022 13:24

Dübendorf ZH/Zürich - Eine Studie von Eawag und der Wasserversorgung Zürich zeigt: Die Sandfilter der Seewasseraufbereitung würden bis zu 99,9 Prozent der Mikroplastikpartikel entfernen. Damit geben die Forschenden Entwarnung: Im Trinkwasser befindet sich so gut wie kein Mikroplastik.

Selbst bei einem hohen Aufkommen von Mikroplastikpartikeln im Rohwasser würden diese durch Sandfilter der Seewasseeraufbereitung fast vollständig entfernt. Das ist laut einer Medienmitteilung das Ergebnis einer 2019 begonnenen Versuchsreihe des Wasserforschungsinstituts des ETH-Bereichs, Eawag, in kleinen Laboranordnungen und der Wasserversorgung Zürich in grösseren Testanlagen. Für ihre Experimente mussten die Forschenden von Eawag, der Eidgenössischen Technischen Hochschulen Zürich und Lausanne sowie des Polytechnikums Turin dem Rohwasser markierte Partikel hinzufügen.

Sie kombinierten die experimentellen Erkenntnisse mit komplexen theoretischen Modellrechnungen. So gelangten sie zu Vorhersagen über das Verhalten von Nanoplastik in Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Ihr am 31. Mai im „Journal of Hazardous Materials“ veröffentlichter Bericht kann den Angaben zufolge alle Befürchtungen beseitigen: Selbst wenn sich beträchtliche Mengen dieser Partikel im Rohwasser befänden, würden bis zu 99,9 Prozent in den aktiven, langsam durchströmten Sandfiltern der Aufbereitung zurückgehalten.

Der Leiter des Eawag-Partikellabors, Ralf Kägi, zeigt sich eher skeptisch bezüglich der Frage, ob durch diese Erkenntnisse die Schlagzeilen zu Nanoplastik im Trinkwasser verschwinden würden: „Zum einen sind erfreuliche Nachrichten immer schwieriger zu vermitteln als negative. Zum anderen bleibt Trinkwasser als Lebensmittel ein sensibles Feld und auch ein Feld für wissenschaftlich nicht nachvollziehbare oder beweisbare Theorien.“ mm

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