Schweizer Bevölkerung nutzt weniger Nachrichten
30 Oktober 2025 09:26
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(CONNECT) Fast die Hälfte der Schweizer Bevölkerung, nämlich 46,4 Prozent, nutzt keine oder kaum Nachrichten, um sich zu informieren. Wie aus einer Mitteilung der Universität Zürich (UZH) hervorgeht, ist dieser Anteil im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 Prozentpunkte gestiegen. Mit den Ergebnissen einer repräsentativen Umfrage zeigten Forschende der Universität die Folgen einer solchen News-Deprivation auf.
Das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) der UZH verweist in dem Jahrbuch Qualität der Medien 2025 darauf, dass die grosse Gruppe der News-Deprivierten ein geringeres Wissen über politische und gesellschaftliche Vorgänge besass. Sie vertrauten Medien, Politik und Demokratie weniger als der Rest der Bevölkerung. Auch Menschen, die sich über Social Media informierten, zeigten diesen Wissensmangel. „Regelmässiger, aktiver Konsum journalistischer Inhalte über verschiedene Kanäle ist damit entscheidend für die Informiertheit der Bevölkerung“, wird Mark Eisenegger, Direktor des fög, in der Mitteilung zitiert.
Die Studie zeige, dass die Reichweite journalistischer Medien schrumpfe, während die von Social Media ebenso steige wie die von durch Künstliche Intelligenz unterstützten Chatbots. Allerdings zeige sich hier auch, dass die wichtigsten Quellen der Chatbots aus dem Journalismus stammen.
Die Studie zeigt ferner, dass die geringere Nutzung journalistischer Medien auch negative wirtschaftliche Folgen für diese mit sich bringe und in der Konsequenz deren Vielfalt und Reichweite eingrenze. Für eine lebendige Demokratie sei jedoch eine informierte Bevölkerung unabdingbar. Politik und Bildungseinrichtungen sollten daher nicht nur gezielt in politische Bildung und Medienkompetenz, sondern auch in den Schutz des Journalismus investieren. ce/ww
