Europäische Satelliten liefern detaillierte Emissionskarten

04 November 2025 14:32

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Dübendorf ZH - Europäische Satelliten werden ab 2027 zum ersten Mal präzise Emissionskarten liefern, welche die Beiträge einzelner Kraftwerke und Industrieanlagen erfassen können. Die notwendigen Methoden und Technologien wurden von Forschenden der Empa entwickelt.

(CONNECT) Im Rahmen der Mission zur CO2-Messung (CO2M) des Erdbeobachtungsprogramms Copernicus der Europäischen Union werden ab 2027 drei neue Satelliten in den Orbit starten. Die Satelliten ermöglichen die präzise Bestimmung von Emissionen einzelner Länder, Städten und einzelner Kraftwerke. Die nötigen Methoden und Technologien wurden von Forschenden der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) im Rahmen internationaler Forschungsprojekte entwickelt. Ziel der Mission sei laut einer Mitteilung der Empa die weltweite Überwachung der menschenverursachten CO2-Emissionen.

Die neuen Satelliten verbessern die Messabdeckung und ermöglichen alle dreieinhalb Tage die weltweite Erfassung der Treibhausgase Kohlendioxid (CO2) und Methan (CH4). Die flächendeckenden Emissionsbilder werden zudem mit einer Auflösung von zwei Kilometern geliefert, die ganze Regionen erfassen. Bisherige Satelliten konnten lediglich schmale Messstreifen erfassen. Entwickelt von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), wird die CO2M-Mission für den Betrieb an die Europäische Organisation für die Nutzung meteorologischer Satelliten (EUMETSAT) übergeben.

Empa-Forschende simulierten bereits vor einigen Jahren im Auftrag der ESA die CO2-Messdaten, um herauszufinden, welche Technologien sich für solche Analysen eignen. Diese Simulationen seien ausschlaggebend dafür gewesen, dass die neuen CO2M-Satelliten sowohl CO2 als auch Stickstoffdioxid (NO2) messen werden. Diese Kombination ermöglicht die Unterscheidung menschengemachter Emissionen von natürlichen Quellen.

Im Rahmen des europäischen CORSO-Projekts entsteht zudem derzeit ein globaler Datensatz zu grossen Emittenten. Beim Abgleich der auf öffentlichen und kommerziellen Datenbanken basierenden Emissionsabschätzung für Stickoxide mit den tatsächlichen Messungen konnte festgestellt werden, dass die Abschätzungen in vielen Fällen nicht der Realität entsprechen. Die entwickelten Methoden und Technologien sollen in naher Zukunft auch auf Treibhausgase übertragen werden, um den tatsächlichen globalen Fortschritt beim Klimaschutz aufzuzeigen. ce/nta

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