ETH weist tektonische Aktivitäten auf der Venus nach

28 Juli 2026 09:05

Partner

Swissmem SSIGInnovation Zürich

Zürich - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben mit Computeranalysen und -simulationen den Planeten Venus untersucht. Entgegen bisheriger Annahmen konnten sie dabei vulkanische und tektonische Aktivitäten nachweisen.

(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben mit neuen Computermodellen nachgewiesen, dass die Venus ein tektonisch aktiver Planet ist. Mit hochauflösenden und dreidimensionalen Darstellungen konnte das Team um Taras Gerya, Professor für Geodynamik am Departement Erd- und Planetenwissenschaften, laut einer Mitteilung zeigen, dass Oberflächenveränderungen erst in jüngster Zeit entstanden waren. Die Forschungen widerlegen bisherige Annahmen, dass die Venus geologisch inaktiv ist.

Anhand gemessener Daten simulierten die Forschenden Grabenbrüche auf der Venus hochaufgelöst und zum ersten Mal dreidimensional. Daraus folgende Simulationen zeigten, dass Riftflanken sich auftürmen, wenn jüngere geologische Bewegungen zu verzeichnen sind. Etwa 8 Prozent der Venusoberfläche ist von Riftzonen bedeckt, von denen manche eine Länge von etwa 40 Kilometern haben. Die aktuellen Simulationen werden auch von Aufnahmen der Magellan-Sonde bestätigt, die ihre Mission in den 1990er-Jahren abschloss.

Aus den Modellen und Berechnungen schliessen die Forschenden, dass die Venus bis heute ein aktiver Planet ist. „Die Ergebnisse helfen, die tektonische Aktivität der Venus besser einzuschätzen“, wird Taras Gerya in der Mitteilung zitiert.

Für Anfang der 2030er plant die Europäische Weltraumorganisation (ESA) die Mission EnVision. Gerya und ETH-Geophysikprofessor Paul Tackley sowie ihre Kooperationspartner entwickeln derzeit Messinstrumente, mit denen der Venus-Orbiter die Oberfläche abtasten soll. Die aktuelle Studie ist in der Fachzeitschrift „Nature Geosciences" publiziert. ce/ww 

Meinungen

Ältere Ausgaben