ETH-Forschende analysieren Entscheidungsfindung von Zellen

15 Oktober 2025 13:05

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Zürich - Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben erforscht, wie Ansammlungen von Molekülen das Verhalten von Zellen bestimmen. Ihre Erkenntnisse könnten Ansätze für die medikamentöse Beeinflussung von Zellverhalten liefern.

(CONNECT) Forschende der ETH haben die Funktionsweise von Molekülansammlungen innerhalb von Zellen untersucht. Solche Kondensate genannten Ansammlungen verschaffen der Zelle Informationen, die sie für Entscheidungen etwa über Zellwachstum, Zellspaltung oder Spezialisierung braucht. Ein Team um Biologieprofessor Yves Barral hat nun bei der Zellalterung von Hefezellen herausgefunden, wie sich diese Kondensate bilden und wie ihr zellulärer Informationsaustausch funktioniert, informiert die ETH in einer Mitteilung. „Das Altern von Zellen kann unabhängig von ihrer Umgebung stattfinden, daher eignet es sich gut für diese Untersuchung“, wird Tom Peskett, Postdoc in Barrals Gruppe und Erstautor der entsprechenden Studie, dort zitiert.

Den Beobachtungen der Forschenden zufolge bilden sich in Hefezellen mit fortlaufendem Alter die Proteinkondensate P-Bodies und Whi3 heraus. Zusammen unterdrücken sie die Bildung von Proteinen für den Zellteilungsprozess. Zellen, bei denen die Forschenden die Bildung eines der Kondensate verhindern, setzten ihren Zellteilungsprozess dagegen fort. Bei Zellen mit vorhandenen P-Bodies löste die künstliche Bildung von Whi3-Kondensaten einen verfrühten Alterungsprozess der Zelle aus. Auch die Entscheidung alter Zellen, sich nicht mit jungen Zellen zu paaren, führten die Forschenden auf die Kondensate zurück. „Das zeigt deutlich: Die Proteinaggregate beeinflussen die Entscheidung der Zelle, in Rente zu gehen und sich ihrem Lebensende zu nähern“, erläutert Barral. Die Erkenntnisse können nach Ansicht der Forschenden neue Ansätze liefern, um medizinisch nicht erwünschte Entscheidungen von Zellen zu manipulieren. ce/hs

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