Empa arbeitet an Risikobewertung für Chemikalien
27 Juli 2026 11:40
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(CONNECT) Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in St.Gallen sind an einem europäischen Grossforschungsprojekt zur Risikobewertung von Chemikalien namens PARC (Partnership for the Assessment of Risks from Chemicals) beteiligt. Laut einer Mitteilung ist eines der Ziele von PARC die Entwicklung einer sogenannten Toolbox an Methoden und Modellen, mit deren Hilfe Risiken früher erkannt und vorgebeugt werden können. Der Forschungsbereich der Empa trägt den Titel Safe and Sustainable by Design (SSbD). Ziel dieses Bereichs ist das frühzeitige Erkennen von Risiken neu entwickelter Chemikalien während der ersten Entwicklungsschritte.
„Wir wollen Werkzeuge entwickeln, mit denen die potenziellen Gefahren von Chemikalien für Mensch und Umwelt bereits ganz am Anfang des Entwicklungsprozesses erkannt werden können“, wird Bernd Nowack, Empa-Forscher von der Abteilung Technologie und Gesellschaft und Co-Leiter der SSbD-Teilaufgabe, in der Mitteilung zitiert. Das Gesamtprojekt PARC, mit dem Ziel, die Risikobewertung von chemischen Stoffen zu verbessern, steht derzeit etwa in der Mitte seiner siebenjährigen Laufzeit. Bisher konnte das Team um Nowack in seinem Teilbereich bereits erste Varianten der SSbD-Toolbox entwickeln und an bekannten Chemikalien ausprobieren. Bei einer neuen Chemikalie liegen jedoch noch kaum Daten vor, deshalb muss hier mit Schätzungen, Modellierungen und Wahrscheinlichkeiten arbeiten. Für die weitere Projektlaufzeit ist auch ein Blick auf die Entwicklungsprozesse der Pharmazie und Agrarchemie geplant: „SSbD – zumindest der Safe by Design-Teil – ist in der Pharma- und Agrarindustrie bereits Standard“, ergänzt Nowack. „Wenn ein Medikament für den Menschen nicht sicher ist, wird es gar nicht erst weiterentwickelt.“ Für die bis 2029 geplante Projektlaufzeit will Nowack in Zukunft direkt mit der Industrie zusammenarbeiten, denn SSbD muss so früh wie möglich im Entwicklungsprozess einer Chemikalie berücksichtigt werden und dieser findet in der Regel im industriellen Bereich statt.
Die Europäische Union startete das Grossprojekt PARC im Jahr 2022. Es vernetzt Behörden und Forschungsinstitutionen aus 29 Ländern, darunter auch die Schweiz. In der Schweiz wird das Projekt auf nationaler Ebene vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) koordiniert. Beteiligt sind acht Forschungsinstitutionen und drei Bundesämter: Empa, Agroscope, Eawag, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), oekotoxzentrum, Swiss Centre for Applied Human Toxicology (SCAHT), Unisanté, Università Svizzera Italiana (USI) sowie das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO). ce/eb
