Forscher wollen grünes Kerosin für Flugzeuge herstellen

25. Februar 2021 14:18

Dübendorf ZH/Villigen AG - Forschende der Empa und des Paul Scherrer Instituts haben die Initiative SynFuels lanciert. Im Rahmen dieser wollen sie einen Prozess entwickeln, um aus erneuerbaren Ressourcen nachhaltige Treibstoffe für Flugzeuge herzustellen.

Forschende der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und des Paul Scherrer Instituts (PSI) spannen zusammen. Laut einer Medienmitteilung haben sie eine Initiative namens SynFuels gestartet. Ihr Ziel ist es, Kerosin aus erneuerbaren Ressourcen herzustellen. Dabei fokussieren sie auf Treibstoffgemische mit besonders hoher Qualität, die auch für den Betrieb von Flugzeugen eingesetzt werden können.

„Flugzeugtreibstoffe sind die Treibstoffe mit der höchsten Qualität. Wenn wir es schaffen, sie aus erneuerbaren Ressourcen herzustellen, dann können wir auch alle anderen Kraftstoffe synthetisieren“, erklärt Thomas J. Schmidt, Leiter des Forschungsbereichs Energie und Umwelt am PSI, in der Mitteilung.

Als Ausgangsstoffe für die Herstellung von nachhaltigem Kerosin wollen die Wissenschaftler in erster Linie Kohlendioxid und Wasserstoff verwenden. Das Kohlendioxid soll dabei aus der Umgebungsluft oder aus industriellen Produktionsprozessen gewonnen werden. Der benötigte Wasserstoff entsteht den Angaben zufolge mithilfe von erneuerbarem Strom aus Wasser.

„Die Empa und das PSI ergänzen sich bei der Arbeit an diesen ambitionierten Zielen wunderbar“, betont Schmidt. Das PSI bringe vor allem seine Erfahrungen mit der Versuchsplattform Energy System Integration (ESI) ein, welche erneuerbare Energiealternativen testet. Ausserdem soll die Synchrotron Lichtquelle Schweiz (SLS) am PSI ein wichtiges Hilfsmittel im SynFuels-Programm sein. „Mit Messungen an der SLS werden wir die Katalysatoren und die mit ihnen durchgeführten Reaktionen genau charakterisieren, um herauszufinden, welche die besten Ergebnisse liefern“, erklärt Schmidt.

Die Empa beschäftigt sich ihrerseits beispielsweise bereits im Rahmen des Mobilitätsdemonstrators move mit Treibstoffen aus erneuerbarer Energie. Als Teil von move ist auch die erste Wasserstofftankstelle der Schweiz entstanden. ssp

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