Wirtschaft fordert solidarische Kontingentierung

09. August 2022 12:29

Zürich - Economiesuisse fordert im Fall einer Mangellage die solidarische Kontingentierung von Gas zwischen Unternehmen und Privathaushalten ein. Bei der Festlegung der Priorisierung sollten nach Ansicht des Wirtschaftsverbands alle Branchen konsultiert werden.

Eine schwere Gasmangellage wäre „für die Mehrheit der produzierenden Unternehmen“ in der Schweiz existenzbedrohend, schreibt economiesuisse in einem Positionspapier zur Gasversorgung. Der Wirtschaftsverband sieht eine Unterversorgung im kommenden Winter als realistische Gefahr an. Während die beschaffungsseitigen Gegenmassnahmen weitgehend „auf der Zielgeraden“ seien, sehe es bei den verbrauchsseitigen Massnahmen weniger gut aus, heisst es im Possitionspapier. 

Hier schlägt economiesuisse eine Massnahmenkaskade vor. Dabei sollten bereits jetzt Sparappelle umgesetzt werden, um das Risiko einer Gasmangellage zu reduzieren. Sollte diese dennoch eintreten, plädiert der Verband zunächst auf Umschaltung aller Zweistoffanlagen auf Heizöl. Wenn dies nicht ausreicht, sollten nicht betriebskritsche Bereiche kontingentiert werden. Im Falle einer weiteren Verschärfung der Lage fordert economiesuisse eine „solidarische Kontingentierung zwischen produzierender Wirtschaft und Privathaushalten“ ein. 

Im Positionspapier stellt der Verband zudem zehn konkrete Forderungen auf. An erster Stelle wird hier die Einbeziehung aller Branchen bei Priorisierungsfragen und deren Umsetzung im Kontingentierungsfall genannt. Auch das Arbeitsrecht soll nach Ansicht von economiesuisse im Interesse einer Energieeinsparung temporär flexibilisiert werden. Unter den weiteren Forderungen werden eine Hilfe für in Bedrängnis geratende Unternehmen und die möglichst frühzeitige Bekanntgabe der Regeln für den Kontingentierungsfall genannt. „Mittelfristig“ brauche es zudem „eine Marktordnung in Form eines Gasversorgungsgesetzes“. hs

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