Privates Vermögen legt auch in der Pandemie zu

05. Januar 2022 12:55

Zürich - Das Privatvermögen in Europa hat 2020 um fast 4 Prozent auf 69 Billionen Euro zugelegt. Gleichzeitig legte die Konzentration dieses Reichtums in wenige Hände zu. Das zeigt der European Wealth Report der Zürcher Denkfabrik Redesigning Financial Services.

Das Privatvermögen in Europa ist auch im Pandemiejahr 2020 gestiegen, konstatiert Redesigning Financial Services in einer Mitteilung zum European Wealth Report der Denkfabrik aus Zürich. Mit einem Anstieg um 3,9 Prozent im Jahresvergleich sei ein neuer Höchststand von 69 Billionen Euro erreicht worden, heisst es dort weiter. Die europäische Wirtschaftsleistung sei im selben Zeitraum hingegen um 6,4 Prozent gesunken. Die führe „zu einer zunehmenden Ungleichheit“, schreiben die Analysten der Denkfabrik.

Per Ende 2020 lag das durchschnittliche Vermögen pro Kopf in Europa bei 199'471 Euro, heisst es im Bericht. Dabei konzentrieren sich 51 Prozent des Gesamtvermögens in den reichsten 10 Prozent aller Haushalte. Das reichste 1 Prozent der Europäer verfügt über 19 Prozent des gesamten europäischen Vermögens.

In der Schweiz weisen 14 Prozent der Haushalte ein Vermögen von mehr als 1 Million Euro auf. Beim Durchschnittsvermögen belegen die Schweizer mit 525'557 Euro pro Erwachsenem den europäischen Spitzenplatz. Allerdings klafft die Schere zwischen Reich und Arm in der Schweiz ebenfalls am weitesten auseinander: Dem Bericht zufolge konzentriert sich 28 Prozent des gesamtgesellschaftlichen Vermögens in den Händen des reichsten Prozents seiner erwachsenen Bürger. Mit 83 Prozent Zuwachs gehört die Schweiz zudem neben Spanien und Deutschland zu den Spitzenreitern beim Anstieg des durchschnittlichen Vermögens in den letzten zehn Jahren.

Die Pandemie habe „in den meisten Ländern zu einem Anstieg der Ungleichheit beigetragen“, schreiben die Analysten in der Mitteilung. Sie appellieren an „politische Entscheidungsträger, Investoren und Unternehmer  zusammenarbeiten, um ein Umfeld zu schaffen, in dem der aktive Austausch von Ideen die Grundlage für sozialen Fortschritt in Europa bildet“. hs

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