Swiss Steel will mit Grünem Stahl Energiewende schaffen

12. August 2022 09:12

Luzern - Die Swiss Steel Group bezeichnet Grünen Stahl in einem White Paper als das Gebot der Stunde, nicht nur für die Industrie, sondern für das Klima weltweit. Der ökologische Fussabdruck des Stahlproduzenten liegt bereits jetzt um 78 Prozent unter dem globalen Durchschnitt der Branche.

Die klimaneutrale Produktion von Stahl ist für die Swiss Steel Group (SSG) das Gebot der Stunde. Sie könne zur „Startplattform für grüne Technologien“ werden, schreibt die SSG in ihrem White Paper. „Denn wenn Dekarbonisierung in der Stahlbranche nicht funktioniert, funktioniert sie nirgends“. Ohne diese „ist die Dekarbonisierung der weltweiten Warenströme nicht möglich und der Klimawandel nicht aufzuhalten.“

Die SSG rechnet vor, dass allein die Dekarbonisierung der europäischen Stahlindustrie für die Elektrolyse von grünem Wasserstoff bis zu 60'000 Megawatt benötigt. Gegenwärtig installiert seien 200 Megawatt. „Dazu kommen die Ansprüche der chemischen Industrie, der Düngemittelherstellung und mehrerer anderer Branchen, in deren Produktionsabläufen Wasserstoff alternativlos ist.“

Durch eine fehlende Koordination mit Europa und vor allem durch fehlenden Importstrom könne das Stromnetz instabil werden. „Auch beim Strom muss deshalb die Dekarbonisierung einhergehen mit politischen Aktivitäten, die dafür sorgen, dass Industrien, die den Kampf gegen den Klimawandel ernst nehmen, nicht benachteiligt werden.“ Weitere Einsparpotenziale seien beim Graustrom in der Lieferkette und der direkten Verwertung der Abwärme zur Traktion etwa in Lokomotiven möglich.

Die SSG-Werke arbeiten laut Unternehmensangaben ausschliesslich mit Lichtbogen- statt mit Hochöfen. Auch deshalb liege ihr ökologischer Fussabdruck den Angaben zufolge heute bereits rund 78 Prozent unter dem weltweiten Branchendurchschnitt. Die Lichtbogentechnologie verwendet hochlegierten Stahlschrott statt Legierungsmetalle. Die Verwendung von Qualitätsschrott verlange jedoch eine ausgefeilte Schrottlogistik, sei aber auch ein wichtiger Vorreiter für die Kreislaufwirtschaft, so die SSG. Schon deshalb werde Grüner Stahl „künftig viel mehr sein als nur ein Bio-Label“. mm

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