Schweizer Finanzchefs dämpfen Konjunkturerwartungen

05. Oktober 2022 13:18

Zürich - Eine Umfrage unter Finanzchefs durch die Beratungsfirma Deloitte ergibt ein eingetrübtes Bild von der Konjunktur im kommenden Jahr. Ursache sind direkte und indirekte Auswirkungen der weltweiten Entwicklungen.

Die von Deloitte in einer aktuellen Umfrage befragten Finanzchefs rechnen mit deutlich schlechteren Konjunkturaussichten als vor einem halben Jahr. Inflation, Lieferengpässe und Sorgen um die Energieversorgung belasten demnach die Volkswirtschaft in der Schweiz. Ein Einbruch der Wirtschaft werde nicht befürchtet, heisst es in einer Medienmitteilung. Nicht auszuschliessen seien eine „moderate Inflation“ sowie eine weitere Erhöhung des Leitzinssatzes durch die Schweizer Nationalbank auf 1,3 Prozent in den kommenden zwei Jahren.

Eine Mehrheit der Befragten gibt als Hauptsorge die Inflation an. Schwer wiegen zudem ein drohender Rückgang der Nachfrage sowie ein Mangel an Arbeitskräften. Erstmals findet sich unter den zehn meistgenannten Problemfeldern auch der Energiemangel.

Im internationalen Vergleich wird die Konjunkturprognose in der Schweiz für gut und mit der in den USA vergleichbar befunden. Sorgen bereitet vielmehr der Blick auf die Entwicklung in Deutschland und China. Eine deutliche Mehrheit der Finanzchefs schätzt das Wachstumsniveau der beiden wichtigen Handelspartner negativ ein. Seien vor sechs Monaten noch 22 Prozent der Befragten von einem deutlichen Wachstumsrückgang ausgegangen, seien es nun 37 Prozent.

Die eigene finanzielle Perspektive bewertet der Grossteil der Unternehmer aber als positiv. Erwartet werde weiterhin ein Umsatzplus. Die meisten Unternehmen geben an, weiter investieren zu wollen und mehr Personal einzustellen, laut der Medienmitteilung „aber mit deutlich mehr Vorsicht“ vor dem Hintergrund eines steigenden Margendrucks und eines zunehmenden Kostenbewusstseins.

Insgesamt 28 Prozent der CFO’s wollen ihr Engagement in Märkten mit verstärkten geopolitischen Risiken reduzieren, zu denen die Ukraine, Belarus und China gehören. 9 Prozent planen in den Ländern einen kompletten Rückzug. heg

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