Post holt Plastikmüll in Reinach ab

07. Juni 2021 13:42

Basel/Reinach BL - Die REDILO GmbH startet gemeinsam mit verschiedenen Partnern ein Pilotprojekt für die effektive Wiederverwertung von Plastikmüll. Dafür sammeln ab Juni die Postboten Plastikflaschen und Getränkekartons auf ihren Zustelltouren in Reinach ein.

In Zusammenarbeit mit der Post hat die Baseler Beratungs- und Planungsagentur REDILO ein Pilotprojekt zur besseren Wiederverwertung von Plastikmüll gestartet. Seit 3. Juni nehmen die Postmitarbeitenden auf ihren Zustelltouren in der Gemeinde Reinach leere Kunststoffflaschen und Getränkekartons an den Haustüren mit, heisst es in einer Medienmitteilung. Der Müll muss in speziellen Säcken verpackt sein, die es bei der Gemeinde für 1,80 Franken zu kaufen gibt.

Das Projekt realCYCLE ist auf sechs Monate angelegt und soll auf seine landesweite Tauglichkeit getestet werden. Neben der Gemeinde Reinach und der Post arbeiten der Verein IG Recycling-Sack und die Müller Recycling AG in dem Projekt von REDILO zusammen.

„Die Sammlung durch die Post vereinfacht es der Bevölkerung, gut verwertbare Kunststoffe separat zu sammeln und vor der Haustüre beim Briefkasten abholen zu lassen“, wird Patrick Lampert, Leiter Unit Kreislaufwirtschaft bei der Post CH AG, in der Medienmitteilung zitiert. Die Post verfüge über die nötige Logistik und das Wissen, um ein solches Sammelsystem nachhaltig zu betreiben. Die eingesammelten Säcke transportieren die Postboten zur Reinacher Poststelle. Von dort aus werden sie in ein spezialisiertes Sortierwerk der Müller Recycling AG in Frauenfeld gebracht. 

Das Angebot soll eine Lücke im Kunststoffkreislauf schliessen. Das Recycling von Getränkekartons wird im Zuge des Pilotprojektes überhaupt erst möglich. Diese werden derzeit in Deutschland und Frankreich aufbereitet, da es dafür in der Schweiz keine Anlage gibt. Der Rücklauf von Kunststoffflaschen wird ebenfalls erleichtert. Anderer Plastikmüll wie Folien oder Joghurtbecher darf nicht in den Sack.

Perspektivisch möchte realCYCLE die Sammelgebiete ausweiten und eine nationale Lösung finden. „Das Pilotprojekt ist ein erster Schritt in Richtung einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft, wo bestehende Synergien bestmöglich genutzt werden“, wird Melanie Haupt, Co-Projektleiterin von realCYCLE und Dozentin für Kreislaufwirtschaft an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, in der Medienmitteilung zitiert. ko

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