Hedgefonds reisst Credit Suisse in die roten Zahlen

22. April 2021 14:16

Zürich - Der Konkurs des Hedgefonds Archegos hat der Credit Suisse einen Quartalsverlust von 252 Millionen Franken eingebrockt. Ohne diese Belastung legten Nettoerträge und Vorsteuergewinn im Jahresvergleich hingegen kräftig zu. Die verwalteten Vermögen stiegen auf 1,6 Billionen Franken an.

Einer Mitteilung der Credit Suisse zufolge hat die Zürcher Grossbank das erste Quartal 2020 mit einem Reinverlust von 252 Millionen Franken abgeschlossen. Hintergrund ist eine Belastung in Höhe von 4,4 Milliarden Franken aus dem Konkurs des amerikanischen Hedgefonds Archegos. Sie sei mit dem Quartalsergebnis weitgehend abgewickelt, schreibt die Credit Suisse. Für das zweite Quartal verbleibe eine Belastung von 0,6 Milliarden Franken.

„Der Verlust, den wir aufgrund dieser Angelegenheit für das Berichtsquartal ausweisen müssen, ist inakzeptabel“, wird Thomas Gottstein, Chief Executive Officer der Credit Suisse Group AG, in der Mitteilung zitiert. Die Bank habe daher  Massnahmen ergriffen und nehme unter anderem Änderungen im Senior Management und bei den Geschäfts- und Kontrollfunktionen vor. Zudem rechne die Credit Suisse damit, „dass die heutige erfolgreiche Platzierung der Pflichtwandelanleihen unsere Bilanz weiter stärken“ werde, so Gottstein. Eine detaillierte Aufstellung aller eingeleiteten Massnahmen hat die Bank in der Mitteilung publiziert.

„Gleichzeitig möchten wir betonen, dass unsere operative finanzielle Performance im ersten Quartal 2021 über alle Divisionen hinweg stark war“, erläutert der Bankenchef in der Mitteilung weiter. Die Nettoerträge der Bank legten im Jahresvergleich denn auch um 31 Prozent auf 7,57 Milliarden Franken zu. Ohne Berücksichtigung der Verluste durch den Hedgefonds und den Supply-Chain-Finance-Funds bei Greensill wäre ein Vorsteuergewinn von knapp 3,60 Milliarden Franken realisiert worden, gegenüber 946 Millionen Franken im ersten Quartal 2020.

Die von der Grossbank verwalteten Vermögen stiegen gegenüber Ende 2020 von 1,5 Billionen auf 1,6 Billionen Franken an. Dabei wurden im Berichtsquartal Netto-Neugelder in Höhe von 28,4 Milliarden Franken eingeworben. hs

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