EPFL präsentiert neuen Ansatz für Wiederverwertung

24. September 2021 11:37

Lausanne - Zwei Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) haben einen neuen Ansatz für die Wiederverwertung von Plastik entwickelt. Als Vorbild dienten ihnen dabei natürliche Mechanismen, die in Proteinen vorkommen. Die neue Methode entspricht dem Postulat der Kreislaufwirtschaft.

Zwei Forscher an der EPFL haben einen neuen Ansatz zur Wiederverwertung von Plastik vorgestellt. Als Vorbild dienten ihnen dabei Proteine. Diese zerfallen in der Natur nämlich in einzelne Aminosäuren, welche dann von Zellen wieder zusammengefügt werden, um neue Proteine zu bilden. Diesen Prozess haben die beiden Forschenden im Labor nachgeahmt. So ist es ihnen beispielsweise bereits gelungen, Seide in ein Protein umzuwandeln, das in der Biomedizintechnik verwendet wird. „Wichtig ist, dass die Qualität der auf diese Weise zerlegten und zusammengesetzten Proteine genau die gleiche ist wie die eines neu synthetisierten Proteins“, erklärt der EPFL-Doktorand Simone Giaveri in einer Medienmitteilung.

Bei Plastik handelt es sich wie bei Proteinen um Polymere. Die Forscher wollen daher die in Proteinen natürlich vorkommenden Mechanismen auch für Plastik verwenden. Dieser neue Denkansatz für die Wiederverwertung kann allerdings nicht über Nacht umgesetzt werden, betont Francesco Stellacci, Leiter des Labors für supramolekulare Nanomaterialien und Interfaces (SuNMiL) an der EPFL School of Engineering. Dennoch sei dies der bisher einzige Ansatz, der wirklich dem Postulat der Kreislaufwirtschaft entspreche. Denn auch bei biologisch abbaubarem Kunststoff werden beim Zerfall Rückstände hinterlassen. Diese müssen vergraben werden, was landwirtschaftliche Nutzflächen wegnimmt und ausserdem  das Ökosystem verändert. ssp

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