Deckungsgrad der Beruflichen Vorsorge steigt weiter

23. Juli 2021 12:29

Bern - Die Deckungssituation der Schweizer Vorsorgeeinrichtungen hat sich im ersten Halbjahr 2021 sehr gut entwickelt. Der durchschnittliche Deckungsgrad von 1345 Vorsorgeeinrichtungen stieg per Ende Juni signifikant. Die zuständige Kommission mahnt jedoch Gesetzesänderungen zum Schutz der zweiten Säule an.

Die finanzielle Lage der Vorsorgeeinrichtungen ohne Staatsgarantie und ohne Vollversicherungen hat sich in der ersten Jahreshälfte 2021 weiter deutlich verbessert. Das zeigt eine Hochrechnung der Oberaufsichtskommission Berufliche Vorsorge (OAK BV). Insgesamt flossen die Daten von 1345 Vorsorgeeinrichtungen mit einer Bilanzsumme von rund 798 Milliarden Franken in die Berechnungen ein.

Laut einer Medienmitteilung der OAK BV stieg der durchschnittliche Deckungsgrad von 113,5 Prozent Ende 2020 auf 115,5 Prozent per Ende März an. Per Ende Juni kletterte dieser Wert auf 119,9 Prozent. Damit habe sich dieser Wert im Vergleich zum Vorjahr von 102 Prozent im März und 107,9 Prozent im Juni signifikant verbessert.

Wie die Kommission weiter mitteilt, sei die gute Deckungssituation auf „die ausgesprochen positive Marktentwicklung“ in der ersten Jahreshälfte 2021 zurückzuführen. Vor allem die durchschnittlichen Renditen von Aktien (14,2 Prozent) und alternativen Anlagen (13,6 Prozent) hätten sich erfreulich entwickelt. „Dies ist ein weiterer Sprung im Vergleich zur bereits guten Performance von Aktien (6,1 Prozent) und alternativen Anlagen (6,0 Prozent) per Ende März 2021.“

Per Ende Juni 2021 haben den Angaben zufolge zwei Drittel der Vorsorgeeinrichtungen ihre Zielwertschwankungsreserven von durchschnittlich rund 17,8 Prozent vollständig erreicht. Ende 2020 waren es erst 30 Prozent der Vorsorgeeinrichtungen, im März dieses Jahres bereits 42 Prozent.

Die OAK BV warnt jedoch davor, sich von diesen guten Werten täuschen zu lassen: Die Herausforderungen im System der zweiten Säule dauerten an. Im derzeitigen Tiefzinsumfeld sei es besonders für Einrichtungen nahe am BVG-Obligatorium schwierig, die gesetzlich vorgeschriebenen Verpflichtungen mittel- und langfristig zu erfüllen. Die aktuellen unrealistischen Vorgaben beim Mindestumwandlungssatz führten „neben höheren Anlagerisiken zu einer ungewollten Umverteilung von Aktiven zu Rentenbeziehenden". Deshalb sei die Politik gefordert, die gesetzlichen Parameter anzupassen. mm

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