Mädchen setzen Trends in sozialen Netzwerken

28. November 2022 13:34

Winterthur - Mädchen interessieren sich schneller für neue soziale Netzwerke als Jungen. Für beide zählen sie zu den wichtigsten Medien im Alltag. Sexuelle Belästigung und Cyber-Mobbing nehmen deutlich zu. Das sind Ergebnisse der jüngsten ZHAW-Studie über den Umgang von Schweizer Jugendlichen mit Medien.

Mädchen steigen früher auf neue soziale Netzwerke ein als Jungen, heisst es in einer Medienmitteilung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) Besonders deutlich ist das bei TikTok. Jungen gamen dafür häufiger (93 Prozent) als Mädchen (65 Prozent). Am häufigsten werden regelmässig Beiträge anderer angeschaut und gelikt (56 beziehungsweise 55 Prozent) oder persönliche Nachrichten geschrieben (57 Prozent). Fast alle (97 Prozent) tun das auf WhatsApp. Instagram (81 Prozent) und Snapchat (76 Prozent) werden ansonsten am häufigsten genutzt. Von Facebook sind Jugendliche nahezu verschwunden (5 Prozent).

Dies sind Erkenntnisse aus der JAMES-Studie 2022 der ZHAW. Sie wird vom Departement Angewandte Psychologie in Auftrag von Swisscom durchgeführt. Seit 2010 werden alle zwei Jahre über 1000 Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren befragt.

Kritisch sieht ZHAW-Forscherin und Mitautorin Lilian Suter, dass kostenpflichtige Spiele von 35 Prozent der Befragten gespielt werden, Gratis-Games dagegen von 60 Prozent: „Free-to-play-Games sind oft nicht wirklich kostenlos, denn entweder werden die Gamer:innen mit Werbung eingedeckt oder sie bezahlen mit ihren Daten.“

Ausserdem konstatiert Co-Studienleiter Gregor Waller eine Zunahme des sogenannten Social Cocooning: „Die Jugendlichen treffen weniger Freundinnen und Freunde als noch vor ein paar Jahren.“ Jedoch seien Freundschaften „insgesamt hochwertiger“.

Beim Jugendmedienschutz sehen die ZHAW-Forschenden dringenden Handlungsbedarf: Fast die Hälfte der Jugendlichen wurde mindestens einmal sexuell belästigt. 2014 waren es noch 19 Prozent. Mädchen (60 Prozent) sind häufiger betroffen als Jungen (33 Prozent). Auch Beleidigungen im Internet haben um fast zehn Prozentpunkte zugenommen. mm

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