Super-Laser soll auf dem Säntis Blitze ableiten

20. Juli 2021 12:09

Säntis - Auf dem Säntis ist ein laserbasierter Blitzableiter in Betrieb genommen worden. Trumpf und die Universität Genf führen Wetterexperimente durch. Blitze sollen aus Gewitterwolken gezielt und kontrolliert abgeleitet werden.

Mit der Installation einer Super-Lasers auf dem Säntis haben das Hochtechnologieunternehmen Trumpf Scientific Lasers aus Unterföhring bei München und die Universität Genf Experimente für einen laserbasierten Blitzableiter gestartet. Die Arbeiten finden im Rahmen des EU-Projekts Laser Lightning Rod statt. Laut Medienmitteilung erwarten die Projektpartner von den Versuchen unter der Führung des Wetterforschers Professor Jean-Pierre Wolf von der Universität Genf zum Ende des Sommers erste Ergebnisse. Für Trumpf ist Laseringenieur Clemens Herkommer für Aufbau und Durchführung der Experimente verantwortlich, der in den vergangen vier Jahren diesen Super-Laser eigens für dieses Projekt entwickelt hat.

Die Wetterexperimente haben laut der Mitteilung das Ziel, Blitze aus Gewitterwolken gezielt und kontrolliert abzuleiten und somit perspektivisch Schäden durch unkontrollierte Blitzeinschläge zu verhindern. „Wir schiessen mit tausend Laserpulsen pro Sekunde in die Wolken und wollen damit Blitze unschädlich und die Welt dadurch ein Stück weit sicherer machen“, wird Herkommer zitiert. Durch den Beschuss entsteht eine Art Kanal, das sogenannte Laser-Filament. Das lässt dem Blitz keine andere Möglichkeit, als durch den vorgegebenen Kanal kontrolliert auf dem Boden einzuschlagen.

Für die Installation musste der neun Meter lange und fünf Tonnen schwere Laser auf den Gipfel des Säntis transportiert werden. Er wurde in mehrere Einzelteile zerlegt und Ende Mai 2021 per Seilbahn und Helikopter auf den Gipfel gebracht. Der Berg Säntis wurde als Standort ausgewählt, weil dort während der Gewitterhochphase im Hochsommer hunderte Blitze einschlagen. 

Die Entwicklung des Lasersystems hat rund 2 Millionen Euro gekostet. Das Projekt wird über das EU-Forschungsprogramm Cordis gefordert.

An dem Projekt sind neben Trumpf Scientific Lasers, die Universität Genf, das französische Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS), das deutsche Beratungsunternehmen AMC, die Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne (EPFL), das Luft- und Raumfahrtunternehmen Ariane Group sowie die Fachhochschule für angewandte Wissenschaften der westlichen Schweiz (HES) beteiligt. gba 

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