Luci verschafft der Energieforschung tiefe Einblicke

14. Juli 2020 10:49

Luzern - Der neue hochauflösende Computertomograph Luci der Hochschule Luzern hat viele verschiedene Einsatzmöglichkeiten. So kann er durch präzises Vermessen von Speicherelementen zur verbesserten Nutzung umweltfreundlicher Energie beitragen.

Computertomographen sind gemeinhin aus Spitälern zur Prüfung möglicher Erkrankungen innerer Organe bekannt. Der neue Hochleistungsapparat auf dem Campus Horw der Hochschule Luzern untersucht dagegen auf Mikrometer genau, was im Innern eines Gegenstandes vorgeht, ohne diesen zu zerstören.

Der elf Tonnen schwere Computertomograph wurde laut Medienmitteilung auf den freundlichen Namen Luci getauft, eine Abkürzung für LUcerne Ct Imaging (facility). Er steht dem Departement Technik & Architektur der Hochschule Luzern zur Verfügung, wo es bei Lucis Einsätzen hauptsächlich um die vermehrte Nutzung von umweltfreundlicher Energie geht. Ein konkretes Beispiel ist die Frage, wie überschüssige Photovoltaikenergie möglichst lange als Wärme gespeichert werden kann, damit sie auch nachts oder im Winter zur Verfügung steht. Dazu werden thermische Energiespeicher genutzt, in denen beim Wechsel des Zustands von flüssig zu fest Energie freigesetzt wird, die zur Kühlung oder zum Heizen von Gebäuden, Anlagen und Maschinen genutzt wird. Mit Luci ist jetzt die Beobachtung während des sogenannten Phasenwechsels des Speichermaterials möglich, was in der technischen Anwendung zu Verbesserungen von Material und Aufbau und damit der Speichereffizienz führt.

Philipp Schütz vom Institut für Maschinen- und Energietechnik, der die Anschaffung an der Hochschule Luzern begleitet hat, erklärt: „Medizinische und industrielle Computertomographen sind grundlegend anders aufgebaut. Beim medizinischen bewegt sich die Röntgenquelle und der Detektor, beim industriellen sind beide fest installiert, dafür wird das Objekt bewegt. Dadurch ist der industrielle Computertomograph präziser und stabiler.“ Schütz nennt weitere Einsatzmöglichkeiten, von der Konservierung wie in einem deutsch-schweizerischen Projekt für Funde aus der Pfahlbauerzeit bis zur Prüfung, warum und wann Beton unter Belastung bricht, warum sich Sand in Rohren ablagert und auch zur Feststellung von Schadensursachen. Selbst der Einsatz beim Erstellen von Animationsfilmen ist möglich.

Die Anschaffung von Luci ist vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt worden. gba

Aktuelles im Firmenwiki