Schweizer Gründer setzen auf Qualität

08. Juli 2020 11:04

Freiburg - Die unternehmerischen Absichten von Personen in der Schweiz liegen unter dem Durchschnitt anderer Volkswirtschaften mit hohem Einkommen. Dies zeigt der Länderbericht des Global Entrepreneurship Monitors. Schweizer Geschäftsideen punkten aber mit hoher Qualität.

Die unternehmerischen Absichten von Personen in der Schweiz sind mit 10,7 Prozent zwar höher als im Jahr 2018. Sie liegen aber dennoch unter dem Durchschnitt anderer Volkswirtschaften mit hohen Einkommen (20,2 Prozent). Ausserdem waren 2019 de facto nur 9,8 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer tatsächlich an einer Unternehmensgründung beteiligt. Das sind die Ergebnisse des Länderberichts Schweiz des Global Entrepreneurship Monitors 2019/2020 (GEM). Erstellt wurde dieser von der Hochschule für Wirtschaft Freiburg (HSW-FR) mit Unterstützung des Impact Hub Bern und des Swiss Economic Forums (SEF).

Der Bericht untersucht auch die Motivationen zur Unternehmensgründung. Insgesamt 43,17 Prozent der Befragten in der Schweiz wollen mit ihrem Unternehmen „einen Unterschied in der Welt machen“. Rund 38 Prozent wollen ein höheres Einkommen erzielen. Rund 50 Prozent geben ausserdem an, den Mangel an alternativen Beschäftigungsmöglichkeiten ausgleichen zu wollen.

Die Schweiz weist mit 3 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der einkommensstarken Volkswirtschaften eine niedrige Quote von Unternehmensschliessungen aus. Der Bericht zeigt auch, dass neue Geschäftsideen in der Schweiz im internationalen Vergleich von hoher Qualität sind. Überdurchschnittlich hoch ist zudem der Anteil der Unternehmen, die „aufgrund guter Chancen“ gegründet werden (67,6 Prozent).

Weiter weisen Schweizer Jungfirmen eine starke internationale Ausrichtung aus. Zwei Drittel der Start-ups erwarten Umsätze mit ausländischen Kunden.

Hervorgehoben wird im Bericht auch, dass weiterhin mehr Unternehmen von Männern gegründet werden. Der geschlechtsspezifische Unterschied hat sich aber leicht verringert. So kommen auf zehn Unternehmer sechs Unternehmerinnen.

Grundsätzlich ist laut dem Bericht eine stärkere Vernetzung der KMU innerhalb der Welt der Start-ups erwünscht. „Die Start-ups sollen persönliche Beziehungen und neue Netzwerke über einen längeren Zeitraum aufbauen, um in einer Übergabesituation darauf zurückgreifen können“, heisst es weiter. ssp

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