Sensoren machen Beinprothesen leichter

08. Januar 2021 12:01

Zürich - Beinamputierte Personen empfinden ihre Prothesen dank sensorischer Signale als leichter. ETH-Forschende konnten jetzt zeigen, dass Neurofeedback die Akzeptanz der Prothese erhöht und sicheres Gehen fördert.

Beinamputierte empfinden häufig das Gewicht ihrer Beinprothesen als störend, obwohl sie meist nur halb so viel wiegen wie echte Gliedmassen. Jetzt konnten Forschende der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) laut einer Mitteilung nachweisen, dass sensorische Signale von Prothesen an das Nervensystem Abhilfe schaffen können. 

Dass und wie Tastsensoren an der künstlichen Fusssohle und Winkelsensoren im elektronischen Prothesen-Kniegelenk die Wahrnehmung des Ersatzkörperteils verbessern, haben ETH-Forschende bereits im vergangenen Jahr gezeigt. Dabei werden diese Sensoren mit Nerven im Oberschenkel verbunden. Träger solcher Neurofeedback-Prothesen können sich sicherer und mit weniger Kraftanstrengung fortbewegen.

Unter Anwendung derselben bionischen Prothesen konnte ein ETH-Team um Professor Stanisa Raspopovic vom Departement Gesundheitswissenschaften und Technologie nun zeigen, dass damit auch das Prothesengewicht als etwa 500 Gramm leichter wahrgenommen wird. Ihre Arbeit wurde im Fachmagazin „Current Biology“ veröffentlicht.

„Neurofeedback ermöglicht nicht nur sicheres Gehen und beeinflusst das Gewichtsempfinden positiv“, so Raspopovic. „Unsere Ergebnisse deuten auch darauf hin, dass sich damit ganz grundsätzlich die Erfahrung von Patienten mit künstlichen Gliedmassen näher an jene mit einer natürlichen Gliedmasse heranführen lässt.“ mm 

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