Forscher machen Holz formbar

12. November 2019 11:03

Dübendorf ZH/Zürich - Forscher der Empa und der ETH Zürich haben einen Weg gefunden, Holz formbar und gleichzeitig stabiler zu machen. Die Entwicklung hat das Potenzial, zum neuen Hightech-Werkstoff zu werden. In einem ersten Experiment ist ein Velohelm aus dem Holzmaterial entstanden.

Forscher der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) haben ein neues Holzmaterial entwickelt. Dieses lässt sich beliebig verformen. Wenn es einmal in die gewünschte Form gebracht wurde, ist es den Angaben der Empa zufolge dreimal steifer als natürliches Holz.

Holz besteht im Wesentlichen aus drei Bestandteilen: Zellulose, Hemizellulose und Lignin. Das Lignin verleiht dem Holz in der Natur Stabilität. Für ihr neues Material haben Forscher gerade diesen Stoff aus dem Holz entfernt. Die verbleibende weisse Zellulose lässt sich im nassen Zustand in jede beliebige Form bringen. Wird das delignifizierte Holz getrocknet, werden die Verbindungen wieder stabil. Eine wasserabweisende Beschichtung führt dazu, dass das Holzinnere nicht mehr feucht werden kann und damit die gewünschte Form behält.

Das neue Material hat ausserdem eine höhere Porosität als natürliches Holz. „Das ist ein grosser Vorteil für die Funktionalisierung von Holz. Weil zwischen den Zellen und in den Zellwänden mehr Raum zur Verfügung steht, ist es einfacher, weitere Stoffe in die Holzstruktur einzubringen, die dem modifizierten Holz neue Eigenschaften verleihen”, erklärt ETH-Forscher Tobias Keplinger

Laut der Empa hat das neue Holzmaterial das Potenzial, zum neuen Hightech-Werkstoff zu werden. In ersten Experimenten wurden aus dem verformbaren Holz bereits ein Velohelm, die Innenverkleidung einer Autotür und der Seitenspiegel eines Fahrzeugs hergestellt. ssp

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