Empa entwickelt textilen Solarkollektor

22. Oktober 2020 14:28

St.Gallen/Dübendorf ZH - Eine Gruppe von Forschenden der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat einen Solarkollektor entwickelt, der auf Textilien aufgebracht werden kann. Er könnte zur Entwicklung energieproduzierender Kleidung eingesetzt werden.

In der Solarindustrie werden bereits heute neben konventioneller Photovoltaik auch Materialien eingesetzt, die auch diffuses Umgebungslicht zur Erzeugung von Energie nutzen können, erläutert die Empa in einer Mitteilung. Bisher habe es sich bei solchen Solarkollektoren aber um steife Bauteile gehandelt, die für einen Einsatz in Textilien ungeeignet seien, heisst es dort weiter. Eine Gruppe von Empa-Forschenden um Luciano Boesel von der Empa-Abteilung Biomimetic Membranes and Textiles in St.Gallen hat hier nun Abhilfe geschafften.

Der Gruppe sei es gelungen, verschiedene Leuchtstoffe in ein Polymer einzubringen, die indirekte Lichtstrahlen an eine Solarzelle weiterleiten können, schreibt die Empa. Bei dem Polymer handelt es sich um auch bei Silikon-Hydrogen-Kontaktlinsen verwendete sogenannte amphiphilische Polymer-Konetzwerke. Sie haben die für eine Anwendung in Textilien erforderliche Durchlässigkeit für Luft und Wasserdampf. 

„Wichtig für die Wahl genau dieses Polymers ist die Tatsache, dass wir hier zwei nicht-mischbare Leuchtstoffe im Nanometermassstab einbauen und diese interagieren können“, wird Boesel in der Mitteilung zitiert. „Es gäbe auch andere Polymere, in die diese Leuchtstoffe integriert werden könnten, aber dabei würden sie miteinander verklumpen, und die Produktion von Energie wäre somit nicht mehr möglich.“

Die von den Forschenden entwickelten neuartigen Solarkollektoren können auf Textilfasern aufgebracht werden. Sie eignen sich daher für die Herstellung von Kleidung, mit der Energie hergestellt werden könnte, beispielsweise für tragbare Geräte der Alltagselektronik. hs

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