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Bilaterale machen den KMU Sorgen

18. September 2019 15:09

Zürich - Schweizer KMU sind immer noch optimistisch, doch die Aussichten verschlechtern sich. Das zeigt die zweite KMU-Studie, die A.T.Kearney und der Verband swiss export zusammen mit tradeshift vorgelegt haben. Die Zukunft der bilateralen Beziehungen zur EU bildet das grösste Konjunkturrisiko.

Schweizer KMU sind mit ihrem eigenen Geschäftsverlauf zufrieden. 70 Prozent von ihnen beurteilen die eigene Wirtschaftslage als gut bis sehr gut. Das sind 5 Prozentpunkte mehr als noch vor einem Jahr. Das geht aus der zweiten KMU-Studie vor, die am Dienstag von der Beratungsgesellschaft A.T. Kearney und dem Verband swiss export zusammen mit dem internationalen Unternehmensnetzwerk tradeshift vorgelegt worden ist. Doch laut der Studie nimmt die Zahl der Optimisten ab: Nur noch 62 Prozent schätzen die künftige Lage bis 2021 als gut bis sehr gut ein. Das sind 19 Prozentpunkte weniger als vor einem Jahr. 

Noch pessimistischer beurteilen die KMU die künftigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen: Nur noch 44 Prozent der Befragten schätzen sie als gut bis sehr gut ein, sogar 23 Prozentpunkte weniger. „Damit geht nicht einmal mehr die Hälfte der Unternehmen für die Zukunft von guten bis sehr guten Bedingungen aus“, wird Claudia Moerker, Geschäftsleiterin von swiss export, in einer Medienmitteilung zitiert.

Namentlich die bilateralen Beziehungen der Schweiz mit der EU und damit der Zugang zum europäischen Binnenmarkt bereiten den Schweizer KMU Sorgen. 57 Prozent der Befragten sehen darin das grösste Konjunkturrisiko. Vor einem Jahr waren es erst 32 Prozent gewesen. An zweiter Stelle folgt mit 42 Prozent der zunehmende Protektionismus weltweit, an dritter die aussenpolitischen Entwicklungen – Stichwort Brexit – mit 39 Prozent. Die nachlassende Exportdynamik gehört aus Sicht von 32 Prozent zu den grössten Konjunkturrisiken. Der Fachkräftemangel, vor einem Jahr mit 53 Prozent noch das meistgenannte Konjunkturrisiko, treibt nur noch 28 Prozent der Befragten Sorgenfalten in die Stirn.

Die KMU richten denn auch entsprechende Forderungen an die Politik. 67 Prozent fordern vom Bundesrat, dass er sich stark mit den Beziehungen zur EU beschäftigen sollte – vor einem Jahr waren es noch 58 Prozent. Der Abbau der Bürokratie gehört nur noch für 37 Prozent zu den drei wichtigsten Themen für den Bundesrat. Dagegen gewinnen aus Sicht der KMU die Stärkung der Rahmenbedingungen und die Standortförderung an Bedeutung: 31 Prozent haben dies auf die Wunschliste gesetzt gegenüber 24 Prozent im Vorjahr.

Zu den wichtigen Themen, mit denen sich die KMU beschäftigen, gehört auch die Unternehmensverantwortung - eine Folge der Debatte über die Konzerninitiative. 81 Prozent der Befragten geben an, dass die sogenannten ESG-Themen (für Ökologie, Soziales, Unternehmensführung) an Bedeutung gewonnen haben. 75 Prozent geben an, dass die Bedeutung dieser Themen in ihrem Unternehmen als hoch oder mittelwichtig eingestuft wird. Allerdings geben nur 34 Prozent der Unternehmen an, dass sie bei einer Annahme der Initiative mit negativen oder sogar sehr negativen Folgen rechnen. 17 Prozent rechnen dagegen mit positiven oder sehr positiven Folgen, 28 Prozent sehen keine Folgen. stk

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