Schweizer MedTech-Branche zeigt sich robust

10. September 2020 11:28

Bern - Die Schweizer MedTech-Industrie ist von anhaltendem Wachstum und hoher Innovationskraft geprägt. Gleichzeitig stellen neue Anforderungen der EU und die Digitalisierung grosse Herausforderungen dar. Das sind Ergebnisse der MedTech-Branchenstudie 2020 von Swiss Medtech und der Helbling Gruppe.

„Die Schweizer Medizintechnikindustrie ist robust“, fasst Swiss Medtech ihre Branchenstudie 2020 zusammen. Sie wurde in enger Zusammenarbeit mit der Helbling Gruppe erstellt. Basis ist eine von März bis Mai 2020 durchgeführte Umfrage, an der 440 MedTech-Unternehmen teilnahmen. „Für das COVID-geprägte Jahr 2020 prognostiziert die Branche vorsichtig einen Umsatzrückgang um 2 Prozent, für das Folgejahr zuversichtlich ein Wachstum von über 8 Prozent“, so der Branchenverband in einer Medienmitteilung. 

Mehr als zwei Drittel aller Unternehmen planen in den kommenden zwei Jahren entweder ausschliesslich in der Schweiz oder sowohl hierzulande als auch im Ausland zu investieren. Medizintechnische Kompetenz, ein stabiles Wirtschaftsumfeld und hohe Arbeitsproduktivität sind die meistgenannten Gründe für Investitionen in der Schweiz. „Die hohe Standortattraktivität der Schweiz ist eine Errungenschaft", wird Peter Biedermann in der Mitteilung zitiert. Der Geschäftsleiter von Swiss Medtech warnt aber auch: „Sie ist nicht auf alle Zeiten garantiert. Wir müssen Sorge zu ihr tragen.“ Immerhin beschäftige der Sektor rund 63'000 Personen und trage „beachtliche“ 16,4 Prozent zur positiven Handelsbilanz der Schweiz bei.

Den grössten Handlungsbedarf sieht die Branche beim Zugang zu qualifizierten Fachkräften. Eine Annahme der Begrenzungsinitiative würde den Fachkräftemangel weiter verschärfen. Auch sei das Abkommen über die gegenseitige Anerkennung von Konformitätsbewertungen zwischen der Schweiz und der EU noch nicht aktualisiert, „was die Branche in grosse Bedrängnis bringt“.

Die Implementierung neuer europäischer Verordnungen über Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika stellt denn auch die von den Unternehmen meistgenannte Herausforderung dar. Die Branche rechnet damit, dass dadurch die Produktkosten um etwa 8 Prozent ansteigen. In diesem Zusammenhang gibt jeder zweite Hersteller an, seine Produktpalette ausdünnen zu wollen, „um bis zu mehr als 20 Prozent“.

Für Forschung und Entwicklung wenden Hersteller im Schnitt 10 Prozent ihres Umsatzes auf. Als wichtigste Trends wurden Werkstoffinnovation und Smart Devices genannt. Die Digitalisierung habe auch zur Folge, dass vermehrt branchenfremde Unternehmen wie Software-Firmen auf den MedTech-Markt drängen. Das verschärfe den Wettbewerb, biete aber auch Chancen für strategische Allianzen. mm

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