Flughafen Zürich hält an Investitionsplänen fest

04. Dezember 2020 14:41

Kloten ZH - Der Flughafen Zürich hält trotz der Corona-Pandemie an seinen Investitionsplänen fest. CEO Stephan Widrig geht von einer Verlagerung des Nachfragewachstums um mindestens fünf Jahre aus. Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh hebt die grosse Bedeutung des Flughafens für den Wirtschaftsstandort hervor.

Im Jahr 2019 verzeichnete der Flughafen Zürich 31,5 Millionen Passagiere, wie aus dem Flughafenbericht 2020 hervorgeht, den der Zürcher Regierungsrat am Freitag verabschiedet hat. Damit hat der Flughafen einen neuen Spitzenwert erreicht. Gleichzeitig konnte die Lärmbelastung gesenkt werden. Der Zürcher Fluglärm-Index (ZFI) ging im Vergleich zu 2018 um rund 2000 Personen auf 58'300 Personen zurück. Der Index zeigt die Anzahl der durch Fluglärm betroffenen Personen im Umkreis des Flughafens.

Die Corona-Pandemie hat die internationale Luftfahrt nun aber in „die tiefste Krise seit ihrem Bestehen gestürzt“, hält der Regierungsrat in einer Mitteilung zum Flughafenbericht fest. Nach der ersten Corona-Welle im Frühling leiden der Flughafen und Swiss nun unter der zweiten Welle. Swiss mache derzeit täglich einen Verlust von 1,5 bis 2 Millionen Franken, sagte Thomas Klühr, CEO von Swiss, bei der Medienkonferenz zum Bericht. Im Cargo-Bereich sei die Nachfrage zwar relativ hoch, dies könne aber nicht den Einbruch im Passagierverkehr kompensieren.

Auch der Flughafen Zürich macht derzeit täglich einen Verlust von mehr als 1 Million Franken, sagt Stephan Widrig, CEO der Flughafen Zürich AG. Er betont aber auch, dass der Flughafen die Krise bislang aus eigener Kraft bewältigen konnte. Er habe auch nicht vor, staatliche Unterstützung zu beantragen. An seinen Investitionsplänen will der Flughafen festhalten. Widrig geht davon aus, dass sich das Nachfragewachstum durch die Corona-Pandemie um etwa fünf bis zehn Jahre nach hinten verlagern wird.

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) hob in der Medienkonferenz die grosse Bedeutung des Flughafens Zürich für den Wirtschaftsstandort hervor. Der Flughafen und Swiss hätten auch einen grossen Beitrag zur Bewältigung der Krise geleistet, betonte sie. So ist der Flughafen trotz des beinahen Stillstands im Reiseverkehr immer offen geblieben, um die Infrastruktur für Fracht-, Repatriierungs- und Ambulanzflüge aufrecht zu erhalten. „Nun braucht es aber wieder mehr Planungssicherheit und Perspektiven für die Luftfahrtunternehmen, damit diese weiterhin die entscheidende internationale Anbindung der Schweiz sicherstellen können“, so Carmen Walker Späh. ssp

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