Blockchain hilft Logistik in die Zukunft

01. September 2020 12:20

Das Blockchain-Ökosystem in der Greater Zurich Area umfasst längst mehr als Kryptowährungen. Insbesondere im Bereich der Logistik wird die Technologie vorangetrieben. Hier arbeiten grosse Akteure an der Vision, die Logistik sicherer, transparenter und effizienter zu machen.

Im Wirtschaftsraum Zürich entwickelt sich rasant ein innovativer Hotspot für Blockchain-Lösungen ausserhalb von Krypto. Die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) erobert die Logistikindustrie, indem sie dank transparenten Transaktionen die Effizienz steigert und Kosten senkt. „Es besteht ein riesiges Potential für die Integration einer Vielzahl von Parteien entlang der Logistik-Wertschöpfungskette“, sagt Carla Bünger. Die Mitgründerin und Geschäftsleiterin des Technologieunternehmens KORE Technologies mit Standorten in Zug und Zürich versteht die Anwendung von Blockchain in der Logistik als prädestiniert. KORE bietet Unternehmen das Business Modeling und dessen Software-Umsetzung an, um unter anderem Logistik-Prozesse durch Blockchain zu vereinfachen.

Grosses Potential für effiziente und sichere Lieferprozesse

Die Aussichten für die Blockchain-Anwendung in der Logistik sind gut: DLT ermöglicht selbst bei einer grossen Anzahl von involvierten Parteien transparente Transaktionen und erlaubt eine digitale Abwicklung von administrativen Prozessen. „Momentan sind in einer durchschnittlichen Lieferung gut zwei Drittel der Endkosten der administrativen Abwicklung geschuldet“, so Bünger. „Mit einer transparenten Blockchain-Lösung können da administrative Ineffizienzen ausgeräumt werden.“ DLT kann zudem eingesetzt werden, um Produkte wie beispielsweise Medikamente fälschungssicher zu machen. Was einmal auf der Blockchain registriert ist, kann nicht mehr gelöscht werden. Damit trägt die Software von KORE zur Sicherheit der transportierten Ware bei.

Lösungen aus der Greater Zurich Area finden international Anwendung

Unter den Kundinnen von KORE findet sich auch die Logistikfirma SkyCell. Das Unternehmen hat seinen grössten Standort in Zürich und bietet Transportcontainer zum weltweiten Versand von temperaturempfindlichen pharmazeutischen Produkten via Flugfracht. Dabei wird eine blockchain-basierte Software von KORE verwendet, die es ermöglicht, jederzeit den Zustand der Ladung zu überwachen und in Echtzeit einzugreifen. Zukünftig wird dank der Digitalisierung des Prozesses ein ganzes Papierdossier am Container ersetzt werden durch einen einzigen QR-Code, der bei jeder Übergabe einfach gescannt wird. Neben global aktiven Unternehmen setzen auch lokale Firmen wie der Zürcher Früchteimporteur Bananen + Frucht AG auf die Blockchain-Lösung von KORE, um ihre Logistikketten übersichtlich abzubilden und deren Effizienz zu steigern. 

Starkes Blockchain-Ökosystem durch Vernetzung

Unternehmen wie KORE verlassen sich in Zürich neben einem starken Austausch mit den Hochschulen auch auf die Vernetzung untereinander. Das Verhältnis ist freundschaftlich und die gegenseitige Unterstützung im Blockchain-Ökosystem wirkt sich auf den gemeinsamen Erfolg aus. „Hier besteht eine gute Dynamik mit vielen Unternehmen, die sich ergänzen“, sagt Bünger.

Dies ist nicht zuletzt den kurzen Distanzen zwischen den Firmen zuzuschreiben, stellt auch Andreas Heizmann fest. „Dank dem engen Netz von unterschiedlichen Akteuren besteht ein sehr guter Zugang zu Information“, sagt der Mitgründer und Geschäftsführer des Unternehmens Xatena. Er sieht es als grossen Vorteil, in „Velo-Distanz“ der befreundeten Firma Modum zu sein, die wie Xatena im Bereich der Digitalisierung von Lieferketten tätig ist.

Caterina Beffa, Verantwortliche für Medien und Kommunikation von Modum, sieht das ähnlich. „Man schätzt und respektiert sich hier“, so Beffa. Smilla Diener

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