Exportwirtschaft spürt Rückenwind

27. Mai 2021 13:16

Wallisellen ZH/Bern - Die Schweizer Exporte haben im ersten Quartal 2021 das Niveau von vor Ausbruch der Pandemie übertroffen. Im April verharrten die Exporte auf diesem hohen Niveau. Exportkreditversicherer Euler Hermes geht von starkem Exportwachstum im Gesamtjahr aus.

Der Schweizer Euler Hermes Export Forecast habe im ersten Quartal 2021 einen neuen Rekordwert von 3,13 Punkten erreicht, informiert der Exportkreditversicherer in einer Mitteilung. Im Januar hatte der Wert noch bei 0,78 Punkten gelegen. Euler Hermes geht daher von einem starken Anstieg der Schweizer Exporte im Gesamtjahr 2021 aus. Im Vergleich zum vierten Quartal 2020 haben die Exporte im Berichtsquartal saisonbereinigt um 4,8 Prozent zugelegt.

„Angesichts zuletzt rückläufiger Neuinfektionen sowie guter Fortschritte in der Impfkampagne dürfte die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte den Turbogang einschalten“, wird Katharina Utermöhl, Europa-Ökonomin bei Euler Hermes, in der Mitteilung zitiert. „Wir rechnen mit einem starken Konsum-Boom, der durch die aufgestaute Nachfrage im Kontext einer sinkenden wirtschaftlichen Unsicherheit angefeuert wird.“  Konkret rechnet der Exportkreditversicherer mit einer Zunahme des Welthandelsvolumens um 7,9 Prozent in diesem und 6 Prozent im nächsten Jahr. Der Schweizer Wirtschaft sagt Euler Hermes ein Wachstum von 3,6 in diesem und 3,0 Prozent im nächsten Jahr voraus. Nach einem Rückgang um 2,9 Prozent im letzten Jahr werde die Wirtschaft somit bereits im Spätsommer 2021 „Vorkrisenniveau“ erreichen.

Als Bremsfaktor für die Exportwirtschaft könnten sich jedoch durch die steigende Nachfrage verschärfte Lieferengpässe erweisen, vermutet Euler Hermes. In der Mitteilung geht der Exportkreditversicherer vor allem auf Engpässe in der Halbleiterindustrie und Preissteigerungen bei Industriemetallen ein. „Diese Kräfte könnten den Boom etwas abdämpfen“, meint Stefan Ruf, CEO Euler Hermes Schweiz.

Im April waren die Schweizer Exporte nach einem kräftigen Plus im März auf dem hohen Stand von Waren im Wert von rund 20,0 Milliarden Franken stagniert. Dies geht aus einer Mitteilung der Eidgenössischen Zollverwaltung zum Aussenhandel im April hervor. Die Importe legten im Vergleich zum März hingegen um 3,5 Prozent auf 16,8 Milliarden Franken zu. Der Handelsbilanzüberschuss ging gleichzeitig um 582 Millionen auf knapp 3,3 Milliarden Franken zurück. hs

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