Schweizer Zulieferer leiden unter deutschen Autobauern

09. September 2019 10:42

Brüssel - Die Schweizer Autozulieferer leiden so stark wie keine andere nationale Zuliefererbranche in Europa unter der Schwäche der deutschen Autobauer. Das zeigt eine Untersuchung des Forschungsnetzwerks EconPol Europe. Die deutsche Industrie dürfte sich nicht so rasch erholen.

Die Schweizer Autozulieferer sind durch den plötzlichen Produktionsrückgang in der deutschen Automobilindustrie im dritten Quartal 2018 heftig getroffen worden. Die Produktion in Deutschland sank damals um 9,4 Prozent. Das war vor allem eine Folge von Problemen bei der Einführung der neuen globalen Abgasvorschriften WLTP. Die Produktion der Schweizer Zulieferer sank in der Folge um 1,5 Prozent, wie eine Untersuchung des Forschungsnetzwerks EconPol Europe zeigt. Die Produktion der österreichischen Zulieferer sank um 1,4 Prozent, während die tschechischen und die ungarischen Zulieferer einen Rückgang von 1,3 Prozent hinnehmen mussten. 

Die Folgen für einzelne Branchen waren unterschiedlich. So sahen die Schweizer Hersteller von Gummi- und Plastikprodukten ihren Umsatz um 0,5 Prozent sinken.

Die Schweizer Volkswirtschaft als ganze spürte den Rückgang angesichts ihrer niedrigen Abhängigkeit von der deutschen Automobilindustrie dagegen nicht. Deutschland dagegen sah seine gesamte Wirtschaftsleistung um 0,75 Prozent schrumpfen, die Tschechische Republik immerhin um 0,21 Prozent, Ungarn um 0,20 Prozent.

Die deutsche Automobilindustrie als Motor der deutschen Volkswirtschaft insgesamt ist auch 2019 geschrumpft. Im ersten Quartal betrug der Rückgang 4,2 Prozent, im zweiten 2,4 Prozent. Das hat inzwischen auch mit der sinkenden Nachfrage zu tun. Während die Autoverkäufe in den beiden grossen Märkten China und USA bereits seit 2017 sinken, gibt es nun auch in der EU Anzeichen für eine Abschwächung. 

Dem Netzwerk EconPol gehören 14 wirtschaftswissenschaftliche Forschungseinrichtungen in Europa an, darunter die Konjunkturforschungsstelle (KOF) der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH). Es wird vom ifo Institut in München geführt. stk

Aktuelles im Firmenwiki