EU will grüne Produkte in Europa zur Norm machen

01. April 2022 13:56

Brüssel - Die Europäische Kommission schlägt vor, dass Verbraucherinnen und Verbraucher zuverlässig über Lebensdauer, Reparierbarkeit und Umweltfreundlichkeit aller Produkte informiert werden. Damit will sie falsche Umweltaussagen und sogenanntes Greenwashing unterbinden sowie die Kreislaufwirtschaft fördern.

Die Europäische Union schlägt vor, die EU-Verbrauchervorschriften zu aktualisieren. Verbraucherinnen und Verbraucher haben laut einer Medienmitteilung der Europäischen Kommission das Recht zu erfahren, für welche Lebensdauer ein Produkt ausgelegt ist sowie ob und wie es repariert werden kann. Auch die ökologischen und sozialen Auswirkungen sollen künftig in den Produktbeschreibungen eine Rolle spielen.

In die schwarze Liste der Richtlinien über unlautere Geschäftspraktiken sollen fehlende Angaben über gezielte Beschränkungen der Lebensdauer eines Produkts ebenso aufgenommen werden wie die Begriffe „umweltfreundlich“, „öko“ oder „grün“, wenn die so benannte Umweltleistung eines Produkts oder Händlers nicht nachweisbar ist. Auch die Kennzeichnung mit Nachhaltigkeitssiegeln, die weder auf einem Prüfverfahren basieren noch von Behörden stammen, soll unterbunden werden.

Mit ihrer gezielten Strategie für nachhaltige und kreislauffähige Textilien will die EU laut einer weiteren Mitteilung nachhaltige Textilerzeugnisse in ihrem Geltungsbereich zum Standard machen. So sollen etwa im Rahmen der Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte verpflichtende Mindestwerte für die Verwendung wiederverwerteter Fasern in Textilien festgelegt werden und strengere Kontrollen gegen „grünen Etikettenschwindel“ vorgehen. Harmonisierte EU-Vorschriften sollen die Herstellerverantwortung erweitern und wirtschaftliche Anreize setzen. Der Transport von Textilabfällen ins Ausland soll untersagt werden.

Mit einer Ökodesign-Verordnung plant die EU zudem, bis 2024 nachhaltige Produkte auf dem EU-Markt zur Norm zu machen und damit aus der Wegwerfgesellschaft auszusteigen. Dafür sei über die bestehenden EU-Vorschriften hinaus ein breiterer Rahmen für die Festlegung harmonisierter Vorschriften erforderlich. Der EU-Arbeitsplan für Ökodesign und Energieverbrauchskennzeichnung 2022-2024 soll die Ressourcenunabhängigkeit fördern, den Binnenmarkt stärken sowie neue wirtschaftliche Innovationsmöglichkeiten und Arbeitsplätze schaffen.

Alle genannten Vorschläge werden nun im Rat und im Europäischen Parlament erörtert. mm

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