Andreas Geistlich begrüsst Regine Sauter an der gut besuchten Veranstaltung der Limmattaler Wirtschaftsverbände. Bild: zVg

Kanton Zürich hat bei Steuern Handlungsbedarf

29. November 2019 13:57

Unterengstringen ZH - Der Kanton Zürich weist gerade für Unternehmen und gut verdienende Personen vergleichsweise hohe Steuern auf. Das hat ein Vortrag von Regine Sauter gezeigt. Laut der Direktorin der Zürcher Handelskammer gibt es im Kanton Handlungsbedarf.

Der Kanton Zürich bildet den wirtschaftlichen Motor der Schweiz. Gerade im steuerlichen Bereich ist er aber im Vergleich zu anderen Kantonen wenig attraktiv. Das zeigte ein Vortrag von Regine Sauter am Donnerstag im Golfclub Unterengstringen. Der gut besuchte Anlass war von der Wirtschaftskammer Schlieren (WKS) und dem Industrie- und Handelsverein Dietikon organisiert worden. Die Direktorin der Zürcher Handelskammer (ZHK) und FDP-Nationalrätin wies darauf hin, dass der Unternehmenssteuersatz in Zürich mit 21,1 Prozent bereits derzeit vergleichsweise hoch sei. 

Mit der Steuervorlage 17 würden die Unterschiede noch grösser: Zürich senke seinen Steuersatz für Unternehmen im ersten Schritt nur auf 19,7 Prozent und im – noch zu verabschiedenden – zweiten Schritt auf 18,2 Prozent. Genf mit seinen bisher hohen 24,2 Prozent dagegen senke die Steuern auf 14,0 Prozent, Basel sogar von 22,2 Prozent auf 13,0 Prozent. Auch bei den Einkommenssteuern sei Zürich gerade für die besser verdienenden Personen ein teures Pflaster. 

Dabei brauche der Kanton gerade die grossen Unternehmen und die besser verdienenden Personen, wie Regine Sauter deutlich machte. Jene 1,5 Prozent der Steuerzahlenden, die mehr als 300.000 Franken Einkommen versteuerten, lieferten 25,8 Prozent der Einkommenssteuer ab. Bei den Unternehmenssteuern würden 180 Unternehmen mit einem Reingewinn über 10 Millionen Franken 64 Prozent der Einnahmen aus der Gewinnsteuer liefern, während 60 Prozent der Unternehmen gar keine Gewinnsteuern ablieferten.

Aus der Sicht von Regine Sauter ergibt sich daraus klarer Handlungsbedarf. So müsse der zweite Schritt der Steuervorlage 17 unbedingt umgesetzt werden. Regine Sauter spricht sich zudem für die sogenannte Mittelstandsinitiative der Zürcher Jungfreisinnigen aus, mit der die Progression bei den Einkommenssteuern abgeschwächt werden soll. Sie unterstützt auch den Vorstoss, der etwa von WKS-Präsident Andreas Geistlich mitgetragen wird, mit dem die Besteuerung beim Vorbezug von Pensionskasse-Vermögen gesenkt werden soll. 

Der Kanton Zürich habe klare Standortvorteile, so Regine Sauter. Er müsse aber auch bei den Steuern attraktive Rahmenbedingungen aufweisen, damit die guten Steuerzahler und Unternehmen nicht abwanderten. stk

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