Empa erarbeitet Richtlinien für Nanomedizin

26. September 2019 13:46

Dübendorf ZH - Nanopartikel gelten als eine grosse Hoffnung in der Medizin. Forscher der Empa haben nun mit internationalen Kollegen Richtlinien für diesen Bereich erarbeitet. Diese sollen Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei der Entwicklung unterstützen.

Nanopartikel werden unter anderem bei der Behandlung von Krebs oder der Diagnostik von bestimmten Krankheiten eingesetzt. Es werden beispielsweise Biomaterialien wie kleinste Fettbläschen mit Medikamenten gegen Krebs beladen. Nanoprodukte werden dabei immer komplexer. Allerdings greifen die gängigen Vorschriften über den Umgang und das Risikopotenzial von Arzneimitteln bei den Nanopartikeln kaum, wie die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) in einer Mitteilung erklärt.

Forscher der Empa haben innerhalb eines internationalen Konsortiums nun eine Wegleitung für die Nanomedizin erarbeitet. Diese soll dazu beitragen, dass mögliche Risiken von Nanopartikeln minimiert werden. Ihre Ergebnisse haben die Forscher an der Empa-Akademie in Dübendorf einem Publikum aus Wissenschaft und Industrie vorgestellt. Präsentiert wurden dabei etwa Methoden zur Risikoanalyse der winzigen Arzneimittel. Ausserdem wurden Richtlinien für einen sogenannten Safe-by-design-Ansatz zur Entwicklung medizinischer Nanopolymere vorgestellt.  

„KMUs im Pharmabereich in der Schweiz beobachten derzeit die Entwicklung gespannt, um sie für neue Produkte nutzen zu können“, so Peter Wick, Empa-Forscher und Koordinator des internationalen Konsortiums GoNanoBioMat. Mit der Wegleitung sollen kostspielige Entwicklungsprozesse effizienter gestaltet werden können. Die Richtlinien sollen aber nicht nur Unternehmen und Forschungseinrichtungen helfen, sondern auch Entscheidungsträgern.

Laut der Empa zeigte sich bei der Erarbeitung der Richtlinien auch, dass Nanopartikel noch weiter erforscht werden müssen. So wisse man beispielsweise heute noch nicht genau, was mit Nanopartikeln im Gewebe passiert und ob sie am Ende gar selbst Krankheiten auslösen. Solche Untersuchungen seien aber auch deswegen wichtig, weil Nanomaterialien auch in der Lebensmittelindustrie eingesetzt werden – etwa als antimikrobielle Verpackungsbeschichtungen, Trennmittel oder Nahrungsergänzung. ssp

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