Pharmaindustrie wächst zweistellig

24. Juni 2020 11:00

Zürich - Die 21 grössten Pharmakonzerne weltweit haben im Vor-Corona-Jahr 2019 zugelegt und sind zweistellig gewachsen. Roche steht dabei weiter an der Spitze. Neben Impfstoffen gegen Corona bleibt der Fokus auf der Onkologie.

Die grössten Pharmaunternehmen der Welt haben 2019 nach einer Wachstumspause im Vorjahr wieder Fahrt aufgenommen und insbesondere ihre Innovationsanstrengungen verstärkt. Mit Roche und Novartis sind zwei Branchenschwergewichte aus der Schweiz vertreten. Roche übernahm 2019 die Spitze bezüglich Gesamtumsatz, Umsatz der Blockbuster-Medikamente, EBIT sowie F&E-Ausgaben, stellt die jetzt veröffentlichte Analyse der wichtigsten Finanzkennzahlen der Geschäftsjahre 2017, 2018 und 2019 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) fest. „2019, im Jahr vor Corona, hat sich die Pharmaindustrie in der Schweiz und weltweit positiv entwickelt“, kommentiert Jürg Zürcher, Partner und Biotech Sector Leader bei EY in der Schweiz.

„Big Pharma stand im Vergleich zu den ohnehin forschungsstarken Big-Biotech-Unternehmen unter einem hohen Innovationsdruck.“ Dem seien die Top-Pharma-Unternehmen nachgekommen, erklärt der EY-Experte. Die Life Sciences-Branche habe sich so als Innovator in Stellung gebracht. Das komme ihr derzeit in der Corona-Krise zugute. Innerhalb kürzester Zeit hat die gesamte Branche bis Anfang Juni laut einer EY-Recherche 161 Impfstoff-Kandidaten und 242 therapeutische Wirkstoffkandidaten hervorgebracht sowie über 700 Tests entwickelt oder bereits auf den Markt gebracht.

Die Branche werde ohnehin langfristig ihren Fokus nicht auf Infektionskrankheiten, sondern weiter auf die Onkologie, also Krebswirkstoffe setzen. 2586 Wirkstoffe befanden sich dazu in der klinischen Entwicklung, aber nur 605 gegen Infektionskrankheiten. In der Onkologie erzielen die Unternehmen die grössten Umsätze. Im vergangenen Jahr steigerten sie die Erlöse in dem Bereich um ein Fünftel auf 174 Milliarden Euro. Mit Infektionskrankheiten erzielten sie 46 Milliarden Euro Umsatz – eine Steigerung von 5,1 Prozent im Vergleich zu 2018. 

„Es ist zu erwarten, dass die Themen Infektionen und Antibiotika-Resistenzen vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Krise stärker in den Fokus rücken“, sagt EY-Experte Jürg Zürcher. „Allerdings werden die grossen Firmen ihre langfristigen Programme nicht stoppen und ihre Hauptaktivität auch nicht auf Covid-19 verschieben.“ Pandemien seien als Businessfaktor nicht planbar. gba

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