Agglomerationen wollen mehr Autonomie bei Raumplanung

23. Juni 2020 13:16

Bern - Städte und Agglomerationen wünschen sich in vielen Bereichen mehr Unterstützung von Kantonen und Bund, zeigt eine Studie des Städteverbands. In gewissen Bereichen wollen sie aber mehr Autonomie. Agglomerationen streben vor allem nach mehr Autonomie in der Raumplanung.

Der Schweizerische Städteverband (SSV) möchte die Veränderungen und Herausforderungen in den Städten und Agglomerationen besser verstehen. Er hat die Forschungsstelle sotomo beauftragt, eine Umfrage unter fast 500 Exekutivmitgliedern und Fachverantwortlichen aus 175 Städten und Gemeinden durchzuführen.

Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl bei Städten als auch Agglomerationen ein Grundbedürfnis nach mehr Kooperation mit Bund und Kantonen besteht. Mehr Zusammenarbeit wünschen sie sich etwa bei der Entwicklung digitaler Lösungen oder in der Standortförderung. Diesem Bedürfnis steht allerdings ein Wunsch nach mehr Autonomie gegenüber. Während Städte sich vor allem im Verkehr mehr Autonomie wünschen, streben Agglomerationen nach mehr Freiheit bei der Raumplanung.

Untersucht wurden auch Herausforderungen, welche Städte und Agglomerationen beschäftigen. Insgesamt 73 Prozent der Befragten nennen den Bereich Raumplanung und Umwelt als die grösste Herausforderung. Mobilität und Verkehr werden von 60 Prozent genannt, das Gesundheits- und Sozialwesen von 59 Prozent und der Klimawandel von 50 Prozent. Agglomerationen sehen insbesondere auch die Komplexität und die Kostenintensität von Informatikprojekten, den Ausbau von Schulen, das Bevölkerungswachstum oder die Alterung der Gesellschaft als Herausforderung. In den Städten wird vor allem das Wohnen als eine Herausforderung hervorgehoben.

Die Umfrage zeigt auch Erkenntnisse zur Wahrnehmung der Begriffe Stadt und Agglomeration. So sehen viele Vertreter von Kernagglomerationen ihren Ort zwar als urban, nicht jedoch als städtisch an. Rund die Hälfte der Befragten ist der Ansicht, dass ihre Gemeinde etwas zwischen Dorf und Stadt ist. Die Verstädterung wird insbesondere in Bezug auf den Verkehr und die Bausubstanz als ausgeprägt eingestuft, aber weniger in Bezug auf das öffentliche Leben und die Mentalität der Bevölkerung. ssp

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