Adriana Bösiger absolviert eine Steinbildhauerlehre, während ihr Zwillingsbruder Colin Zimmermann lernt. Bild: Christian Murer

Urdorferin meisselt Schönes aus Stein

18. Januar 2021 13:14

Urdorf ZH - Die 17-jährige Adriana Bösiger aus Urdorf hat eine für Frauen ungewöhnliche Berufswahl getroffen. Sie wird Steinbildhauerin. Die Lehre hat sie im väterlichen Betrieb begonnen. Sie setzt auf „klein aber fein“.  

Adriana Bösiger aus Urdorf ist eine aussergewöhnliche junge Frau. Die 17-Jährige hat sich einer Tätigkeit verschrieben, die gemeinhin als typischer Männerberuf gilt: Sie wird Steinbildhauerin. Die Lehre hat sie im Herbst in der väterlichen Werkstatt begonnen. Vater Beat Bösiger ist mit seinen 60 Jahren ein erfahrener Steinbearbeiter, arbeitet mit härtestem Granit und hat sich bei seinen Skulpturen – auch denen aus Bronze, die er ebenfalls fertigt – der Kugel als Grundform angenähert.

Tochter Adriana setzt dagegen aufs Filigrane, bevorzugt feingliedrige Dekorationsarbeit. „Am liebsten mache ich Inschriften und filigrane Reliefs, Versetzarbeiten von Grabmälern auf dem Friedhof, aber auch auswärtige Arbeiten“, wird sie in einem Artikel der „Limmattaler Zeitung“ zitiert. Und: „Ich will einmal selbstständig werden und sein Atelier übernehmen. Doch ich möchte etwas Neues, etwas Kleineres und Feineres aufbauen“, sagt sie. So arbeitet sie aktuell an einem Rosenrelief aus Carrara-Marmor arbeitet.

Die angehende Steinbildhauerin besucht die Kunstgewerbeschule in St.Gallen, wo sie die Fächer Materialkunde, Arbeitstechnik, Kunstgeschichte, Zeichnen und Sport belegt hat. Der Sport hat es ihr ohnehin angetan. Sie trat im Herbst als jüngste Spielerin mit dem FC Schlieren in der Nationalliga-B-Saison an. Zuvor war sie Spielerin im Nachwuchs des FC Zürich. Doch gegenwärtig finden wegen der Pandemie keine Spiele statt. Also nutzt sie die freie Zeit, um Autofahren zu lernen. Denn das gehört für die Betreiberin eines Kleinbetriebes, die sie ja werden will, dazu.

Ihre früheren Mitschülerinnen und auch die Schüler seien zwar erstaunt über ihre Berufswahl, wird Adriana zitiert. Aber sie fänden ihren Entschluss „voll cool“. gba 

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