UZH-Test auf Corona-Antikörper wird ab sofort eingesetzt

30. März 2020 12:06

Zürich - Das Labor des Instituts für Medizinische Virologie (IMV) an der Universität Zürich arbeitet derzeit im Schichtbetrieb rund um die Uhr, um möglichst viele Rachenabstriche eventuell Infizierter zu untersuchen. Zudem hat das IMV einen Test für Antikörper gegen das Coronavirus entwickelt. Er kommt ab Montag in den Kliniken zum Einsatz.

Das IMV der Universität Zürich (UZH) bündelt alle Kräfte, um möglichst viele Menschen pro Tag auf das Coronavirus testen zu können. Zur richtigen Einschätzung des Pandemiegeschehens bedarf es aber auch Informationen darüber, wieviele Menschen schon gegen das Virus immun sind. Das zeigen entsprechende Antikörper in ihrem Organismus an. Dafür hat das IMV bereits einen Test entwickelt, der laut einer Mitteilung ab sofort erstmals in den Kliniken eingesetzt wird.

Sobald die erste Infektionswelle ihren Höhepunkt überschritten hat, wird die Zahl der bereits immunen Personen für die Lockerung der Bewegungsfreiheit entscheidend sein. Im besten Fall, so die Leiterin des IMV, Alexandra Trkola, entwickle sich relativ rasch eine breite Herdenimmunität, die die Ausbreitung des Virus stark verlangsamen würde.

Unterdessen arbeiten alle 77 Mitarbeiter des IMV mit weiteren 41 externen Personen in der Diagnostik und analysieren täglich zwischen 800 und 1000 Testproben. Dafür müssen etwa Einreisebewilligungen für Servicetechniker aus dem Ausland ebenso organisiert werden wie Chemikalien und Gerätschaften. „Ich habe zum Glück nie Kriegszeiten erlebt, aber so ähnlich stelle ich mir die logistischen Herausforderungen vor“, so Trkola.

Das Institut hatte bereits sehr früh einen eigenen Corona-Test entwickelt. Wer keine eigene Forschung betreibe, habe in dieser Situation auf kommerzielle Tests warten müssen, so die Virologin. Sie ist überzeugt, dass der volle Einsatz am IMV nicht nur das Institut selbst, sondern den ganzen Wissenschaftsstandort Zürich stärken werde. mm 

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