Bankenbranche erwartet positives Geschäftsjahr

11. Januar 2022 13:34

Zürich - Fast neun von zehn Bankexperten erwarten im aktuellen Geschäftsjahr einen Anstieg der operativen Ergebnisse ihrer Geldinstitute. Das ist eine deutliche Zunahme gegenüber dem Vorjahr, wie eine Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter 90 Führungskräften zeigt.

Die grosse Mehrheit der Bankexperten beurteilt ihre Geschäfte in diesem Jahr positiv. 87 Prozent erwarten steigende operative Ergebnisse, wie aus dem Bankenbarometer 2022 von der Unternehmensberatung Ernst & Young (EY) hervorgeht. Das sind 34 Prozent mehr als noch im Vorjahr, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Institute beurteilen ihre Situation aus einer Position der Stärke heraus. Denn sie haben in der seit zwei Jahren anhaltenden Pandemie hohe Widerstandskraft gezeigt und solide Ergebnisse erzielt, heisst es weiter. Optimismus ist angebracht, Euphorie hingegen nicht. Denn die Banken müssen sich weiterentwickeln, um ihre Wertschöpfungskraft zu erhalten. 

So wollen 38 Prozent der Banken ein besseres Kundenverständnis aufbauen sowie das Erlebnis der Kunden verbessern. 42 Prozent wollen ausserdem „eine Systematisierung der Kundenakquisition, -entwicklung und -retention erreichen“, um weiter wachsen zu können.

Trotz des plötzlichen Anstiegs der Inflation in der EU und den USA gehen zwei Drittel der im Rahmen des Barometers befragten 90 Führungskräfte von einer begrenzten Inflation von maximal 2 Prozent aus. Sie erwarten, dass die Schweiz von einem plötzlichen Anstieg der Teuerung verschont bleibt.

Des Weiteren rechnen sie mit weiterhin tiefen Zinsen. Damit bleibt die Weitergabe von Negativzinsen auch 2022 ein Thema. Fast ein Viertel der Banken erhebt bereits ab einem Vermögen von 100‘000 Franken Verwahrentgelt.

Hinsichtlich Anlagemöglichkeiten in Krypto-Währungen zeigen sich die Befragten in diesem Jahr weit weniger zurückhaltend. Mehr als die Hälfte plant, in den kommenden drei Jahren ein Angebot zur Investition in Krypto-Anlagen zu lancieren. Ebenso viele gehen davon aus, dass sich diese Anlageklasse langfristig zu einem klassischen Produkt wie Aktien und Obligationen entwickeln wird.

Insgesamt 54 Prozent der Befragten sehen im Aufbau eines Krypto-Angebotes überdies keinen Widerspruch zu ihren Nachhaltigkeitszielen. Solche zu verfolgen, erwarten inzwischen viele Kunden. „Deswegen berücksichtigen Banken vermehrt Nachhaltigkeitskriterien in der Kreditvergabe als Hebel für eine nachhaltigere Realwirtschaft“, wird Corina Grünenfelder, Expertin für Risiko-Management Nachhaltigkeit, in der Medienmitteilung zitiert. Nur noch ein Viertel der Banken schliesst die Berücksichtigung unternehmerischer Sozialverantwortung bei der Kreditvergabe kategorisch aus. ko

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