Tourismus muss mit zurückhaltenden Gästen rechnen

26. Mai 2020 14:42

St.Gallen - Der globale Tourismus dürfte sich erst in drei Jahren erholt haben, erwarten die St.Galler Tourismusexperten Laesser und Bieger Die Schweizer Anbieter dürfen mit mehr Gästen aus dem Inland rechnen. Sie leiden aber unter dem starken Franken und den hohen Produktionskosten. 

Die Massnahmen vieler Länder zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben den internationalen Reiseverkehr praktisch von einem Tag auf den anderen unterbrochen. Christian Laesser und Thomas Bieger haben nun eine Kurzstudie zur „Zukunft des Tourismus im Zuge der Lockerung von SARS-CoV-2-Massnahmen“ vorgelegt.

Die beiden Tourismusexperten der Universität St.Gallen gehen davon aus, dass sich der internationale Reiserverkehr erst nach drei Jahren wieder einigermassen erholt haben werde. Die Erholung dürfte ringförmig erfolgen. Derzeit bilde der Schweizer Markt den Hoffnungsträger der einheimischen Tourismusanbieter. Allerdings müssten diese sich auf zurückhaltendere Gäste einstellen: Die Schweizer Gäste entschieden kurzfristiger und blieben weniger lang als ausländische Gäste. 

Ab dem dritten Quartal dürften auch vermehrt Gäste aus Europa hinzukommen. Allerdings würde der aufgewertete Franken zusammen mit den anhaltend hohen Produktionskosten die Schweizer Anbieter benachteiligen. Gäste aus anderen Kontinenten kämen wohl erst ab nächstem Frühjahr in grösserer Zahl, zuerst aus Asien. Der internationale Reiseverkehr würde wohl durch die geringere Zahl der Flugverbindungen eingeschränkt werden, die zunächst nur von Punkt zu Punkt ohne Anschlussflüge geführt würden.

Laesser und Bieger empfehlen, die „von vielen Branchenexperten prognostizierte schwierige finanzielle Situation vieler Betriebe“ dazu zu nutzen, „Strukturreformen zu realisieren“. So könnten Betriebe zusammengelegt und Gemeinschaften von Destinationen geschaffen werden. stk

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